Kultureller Jahreskalender:

6. Januar : Erscheinung des Herrn
(volkstümlich: "Drei Könige")


Hier kommnen sie schon: 3Knige

Krippendarstellung 2020


Sterndeuter

Das Evangelium nach Matthäus (2,1-12) spricht von "Weisen" (Sterndeuter, Magier), die aus dem Morgenland kamen, um - geführt durch einen Stern - dem neugeborenen König der Juden Gold, Weihrauch und Myrrhe zu bringen.

Sterndeuter gab es schon vor drei bis viertausend Jahren. Es waren sehr gelehrte und weise Männer, die den Lauf der Sterne erforschten und deuteten. In Persien wurde sie auch Magier genannt.

Weihrauch


Geschenke

Die Geschenke haben hohen Symbolwert:

  • Gold - Geschenk für einen König
  • Weihrauch - damit wurden Götter und Könige verehrt
  • Myrrhe - ein Mittel zur Desinfektion von Wunden = Hinweis auf Jesu Menschsein.

Matthäus sagt damit:
"Das Kind in der Krippe ist König, Gott und Mensch."

Myrrhe


Was bedeuten die Namen?

Auch über die Namen der Weisen ist in der Bibel nichts belegt. Erst im 6. Jahrhundert bekamen sie Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Sie stehen für die damals bekannten Kontinente Europa, Afrika und Asien und für bestimmte Lebensalter.

  • Caspar - als Vertreter Afrikas - schwarzer König jugendliches Alter
    Caspar (persisch) bedeutet Schatzmeister. Er soll Weihrauch zur Krippe gebracht haben.
  • Melchior - als Abgesandter Europas Mann der Lebensmitte
    Melchior (hebräisch) heißt: König des Lichtes. Er soll Gold zur Krippe getragen haben.
  • Balthasar - als Vertreter Asiens Greis, alter Mann
    Balthasar (aramäisch) heißt: Gott schütze das Leben des Königs

Drei Könige?

Im 6. Jahrhundert meinte man, dass nur Könige Königsgeschenke überreichen könnten. Man bezieht sich auf Jesaia 60, 3 - 6 und Psalm 72, 10,11,15 , wo von Königen und Geschenken berichtet wird.

Der Kirchenlehrer Origines ( 185 - 254 ) spricht zum ersten Mal von drei Weisen, das kann mit den drei Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe zusammenhängen, oder auch mit drei bekannten Kontinenten Europa, Asien undAfrika.

Auf Heute übertragen: Wenn die wichtigten Repräsentanten der Welt (heute vielleicht US-Präsident, chinesischer Parteichef und EU Kommissionpräsidentin) sich ein paar Tage frei nehmen um ein paar Geschenke vorbei zu bringen: Dann lohnt es sich wohl, sich mit dem Kind auch außerhalb des Weihnachtsfestes zu beschäftigen.


Gebeine der Heiligen

Viele Menschen haben gerne etwas zum Festhalten, ein Stück Original, ein Überbleibsel. Nicht verwunderlich also, dass sich Forscher auf die Suche nach solchen Reliquien (=Überbleibseln) gemacht haben. 1158 will man in in Sant' Eustorgio - einer kleinen Kirche bei Mailand - die Gebeine der "hl. drei Könige" entdeckt haben. Zumindest Partikel des Seidenstoffs im Schrein sind später auf die Zeit vor 400 datiert worden.

Nur ein paar Jahre später erobert Kaiser Barbarossa die Stadt und schenkt aus seiner Beute die Reliquien dem Erzbischof von Köln, Rainald van Dassel, der sie 1164 nach Köln bringt. Der Bau des Wikilink Kölner Doms ist verbunden mit der Wallfahrt, die sich um diese Reliquien entwickelte. Rainald leitete aus dem Besitz der Reliquien das Recht des Kölner Erzbischofes ab, Könige zu krönen.

Zum Schutz vor den Truppen Napoleons verbrachten die Knochen 10 Jahre lang auch im Sauerländischen Exil -

Im frühen 20. Jarhundert bekam der Mailänder Erzbischof als Versöhnungsgeste ein paar Knochen: Das Schien- und Wadenbein des ältesten, das Wadenbein des mittleren und einen Halswirbel des jüngsten "König"s.

Der Rest ist weiterhin im "Dreikönigsschrein" beighesetzt, der um 1200 für diesen Zweck hergestellt wurde und als eine der anspruchvollsten Goldschmiedearbeiten des Mittelalters gilt.


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