Ortsgeschichte Lobberich
1970 Kommunale Neuordnung:
Eingemeindung in die Kunststadt Nettetal
https://lobberi.ch/neuordnung

In den 1960er Jahren kommt das Land NRW zu der Einschätzung, dass die Gemeinden im Land aufgrund ihre Größe nicht überlebensfähig seien. In Nordrhein-Westfalen bestehen sechs Regierungsbezirke mit 38 kreisfreien Städten und 57 Landkreise; zu diesen gehörten 294 Ämter mit 1877 amtsangehörigen Gemeinden sowie 450 amtsfreie kreisangehörige Gemeinden.
1966 gab es erste Gesetze; nach Abschluss der Gebietsreform verblieben am 1. Januar 1975 fünf Regierungsbezirke mit 23 kreisfreien Städten und 31 Landkreisen.
Stationen auf dem Weg zur Neuordnung 1970 (Gemeinden) und 1975 (Kreis)
1967:
Auf Weisung des Innenministers von Nordrhein-Westfalen arbeitet der Oberkreisdirektor des Landkreises Kempen-Krefeld einen Vorschlag zur kommunalen Neugliederung seines Landkreises aus, der vorsieht, die Zahl von 32 Gemeinden auf 15 zu verringern und zugleich vier Großgemeinden als Mittelpunkte eines Versorgungsbereiches von etwa 50.000 Einwohnern im Kreisgebiet zu schaffen : Dülken , Kempen, Lobberich-Breyell und Willich-Schiefbahn.
(Willich, Stadtgeschichte 103)
(...)

Dezember 1969: der letzte Lobbericher Stadtrat posiert vor dem Rathaus
18. Dezember 1969: Gesetz zur Neugliederung des Kreises Kempen-Krefeld und der kreisfreien Stadt Viersen
Aus 32 Gemeinden des Kreises Kempen-Krefeld, der kreisfreien Stadt Viersen und der Gemeinde Büderich im Kreis Grevenbroich entstehen acht neue Gemeinden, darunter die Sadt Nettetal zu, 1. Januar 1970.

Neuordnung 1970: alte und neue Grenzen


10. September 1974: "Düsseldorf - Gesetz"
Der Kreis Kempen-Krefeld wird zum 1. Januar 1075 in "Kreis Viersen" umbenannt, die Kreisverwaltung von Kempen nach Viersen verlegt.
Rheinische Post vom 3. August 2024: Lobbericher Karl Reulen als Strippenzieher für die Fusion
Sämtliche heutigen Stadtteile zu einer neuen Kommune zusammenzufassen, war nicht überall populär. Der damalige Direktor der Gemeinde Breyell, Werner Herzogenrath, beispielsweise war zunächst völlig gegen eine Fusion mit Nachbarn.
Karl Reulen soll damals gemeinsam mit dem Kaldenkirchener Hanns Backes im Hintergrund einige Fäden gezogen haben, um am Ende die „Großfusion“ auf den Weg zu bringen.
Rheinische Post, 3. August 2009 Nettetal statt "Nettestadt"
Vor 40 Jahren legte die NRW-Landesregierung den Gesetzentwurf für die Neugliederung der Gemeinden im damaligen Kreis Kempen-Krefeld vor. Die aus Breyell, Hinsbeck, Kaldenkirchen, Leuth und Lobberich neu zu bildende Stadt hatte einen neuen Namen erhalten: Statt "Nettestadt", wie im ersten Weyer-Entwurf vorgesehen, sollte sie künftig "Nettetal" heißen.
Rheinische Post, 12. Oktober 2020: Der Name Lobberich wäre besser gewesen
„Nachträglich muss ich zugeben, dass 70 Prozent der Neugliederung gut gelungen sind, über den Rest sollten wir lieber schweigen.” Ich hätte nachträglich keine Städte nach Flüssen, Tälern oder Bächen benannt wie zum Beispiel Nettetal. Lobberich wäre sinnvoller gewesen. Dann hätten sich jedoch die Kaldenkirchener beschwert“, sagte Franz-Josef Antwerpes, langjähriger SPD-Landtagsabgeordneter und späterer Kölner Regierungspräsident.
Rheinische Post 29. April 2008: Startschuss für Nettetal
Vor auf den Tag genau 40 Jahren zwang Regierungspräsident Hans-Otto Bäumer die Gemeinden zu neuem Nachdenken über ein Zusammengehen. Nach sanftem Druck gab es zum 1. Januar 1970 die neue Stadt Nettetal. Alle anderen ins Auge gefassten Bündnisse blieben Wunschdenken.
Rheinische Post, 29.April 2008: "Kein Amt Krickenbeck"
Nachdem der Traum vom Wiederaufleben des alten Amtes Krickenbeck (Hinsbeck, Leuth, Herongen, Wachtendonk) keine Chance auf Realisierung hatte und „Nettetal“ immer näher rückte, wurde es unlogisch, auf kleinen Lösungen zu bestehen" sagt Hans Kohnen. Hanns Backes dazu: "Als Viersen mit in den Kreis kam und mit Süchteln und Dülken zusammengelegt wurde, konnten wir uns gegen Nettetal nicht mehr wehren. Da noch auf die Barrikaden zu gehen, hätte nichts genutzt."
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