Geschichte
der Pfarrgemeinde St. Sebastian
in Lobberich


Die Anfänge der Kirchengemeinde liegen im Dunkeln, da die meisten Urkunden ihre Existenz bereits voraussetzen.

In der Zeit der fränkisch-merowingischen Könige (5./6. Jh.) hielt das Christentum seinen erneuten Einzug ins Abendland. Die Missionierung in der Gegend der heutigen Stadt Nettetal wurde dabei durch die Bischöfe von Maastricht, wahrscheinlich besonders durch Amandus (647-680) vorangetrieben.

Ein ernstzunehmenderer Hinweis für die genaue Entstehung der Gemeinde stellt ihr Patronat des Hl. Sebastianus dar. Dieses Patronat wurde "importiert": Sebastianusreliquien gelangten durch Rompilger - Äbte und Bischöfe - im Jahre 826 nach Frankreich, und von dort über Köln nach Lobberich (welches damals im Kölner Archidiakonat Xanten lag). In den darauffolgenden Jahren oder Jahrzehnten dieser Reliquienwanderung ist dementsprechend die Gründung der Lobbericher Pfarrei anzusetzen.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Lobberich, als es mit anderen Gemeinden vom Kölner Bischof Everger um 988 im Tausch gegen ein Kloster an Lüttich abgeben wurde.

Die Gemeindepfarrer wurden bis in das lahr 1841 durch das Prämonstratenserkloster Knechtsteden gestellt, dem das Patronatsrecht von den Grafen von Maubach durch Schenkung übertragen worden war.

Diverse Urkunden bezeugen, dass die Vikarie zu Lobberich durch eine Stiftung der Eheleute Johann von Besell und Katharina von Bocholtz, am 25. juli 1471 errichtet und den Heiligen Antonius, Fabianus und Sebastianus geweiht wurde. Im Jahre 1505 verlieh der Herzog von Geldern dem "Kirchspiel" (= der Gemeinde) Lobberich das Recht für drei Kirmessen, von denen zwei Termine bis heute erhalten sind. Zuerst zählte Lobberich zum Erzbistum Köln, bis es, wie erwähnt, zu Ende des 10. Jh. an die Diözese Lüttich abgetreten wurde. Seit 1561 gehörte es dann zum neuerrichteten Bistum Roermond. 1802 wurde es mit der Neueinteilung der Bistümer der Diözese Aachen zugewiesen und nach dessen Auflösung 1821 Teil des Bistums Münster.

Seit der Wiedererrichtung im lahre 1930 gehört Lobberich nun erneut zum Bistum Aachen, zuerst im Dekanat Lobberich, seit 1973 im Dekanat Nettetal-Grefrath. Im März 2005 gründete die Pfarrgemeinde zusammen mit den anderen Nettetaler Pfarrgemeinden die "Gemeinschaft der Gemeinden Nettetal"

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin weitgehgend übernommen aus:
Künzel, Anja:Kirche bauen, Gemeinde bilden, Darmstadt 1996,  186f.
vollständiger Text

War der Beitritt zur GdG noch freiwillig (also mit den Unterschriften der PGR - Vorsitzenden und unter dem Vorbehalt der gemeindlichen Selbstständigkeit), so geschahen die darauf folgenden Schritte auf Beschluss des Aachener Bischofs. Zuletzt wurde die "Gemeinschaft der Gemeinden" durch bischöfliches Dekret zum Jahresende 2024 aufgelöst. Es entstehen "Pastorale Räume", die in unserem Fall das Gebiet des ehemaligen Dekanates Nettetal-Grefrath umfassen. "Zukunfts"vision der Bistumsleitung sind 8-13 Pfarreien im Bistum Aachen.

(Ralf Schmeink)