Niederrheinchor e.V.

Frohsinn-Chor Lobberich 1885


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Geschichte


100 Jahre "Frohsinn-Chor"

Die Vereinsgeschichte wurde der Festschrift "100 Jahre Frohsinn - Chor" von 1985 entnommen
Der Aufsatz wurde in alter Rechtschreibung belassen

Gründung des Chores: 11. November 1885

Die Wiege des"Frohsinn-Chores" stand auf dem Sittard in Lobberich. Gründungslokal war die Gaststätte Schumacher.

Die Männer der ersten Stunde, die den Verein ins Leben riefen, waren:

Wilhelm Hegholz,

Peter Backes

Ludwig Hegmann

Heinrich Funken

Josef Einmal,

Johann Mostart

Josef Funken

Friedrich Einmal

Josef Lehnen

Mathias Raggen

Heinrich Huppertz

Zum ersten Vorsitzenden wählten die Sänger ihren Sangesbruder Wilhelm Hegholz. Das erste Dirigat lag in den Händen von Hermann Fritz.

Im Jahre 1886 übernahm Wilhelm Paulsen den Vorsitz. Er lenkte die Geschicke des Vereins bis 1887.

Während seiner Präsidentschaft trat der Verein erstmals mit einem Konzert an die Öffentlichkeit, nämlich am 25. August 1887.

Am 10. November 1887 wurde Heinrich Funken zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Mit dem Lehrer Karl Mons erhielt der"Frohsinn" im Jahre 1889 einen neuen Dirigenten.
Weil man gute Arbeit leistete, steigerte sich das Interesse der Lobbericher für den Chor. So war es nicht verwunderlich, daß zahlreiche Bürger eine ansehnliche Geldsumme aufbrachten, die zur Anschaffung einer Vereinsfahne verwendet wurde. Diese wurde am 28. September 1889 feierlich geweiht.

Für kurze Zeit fungierten Rudolf Kurfürst und Friedrich Borghoff als Chorleiter. Am 16. Februar 1899 übernahm Jodokus Schaaf die musikalische Leitung. Er bildete die Sänger in allgemeiner Harmonie- und Musiklehre aus. Die Oualität des Chores nahm zu. Bald war man in der Lage erstklassige Männerchorwerke zu singen.

Der Beweis dafür:
Sieg beim nationalen Wettstreit in Hilden zu Pfingsten 1899, und am 10. August 1902 bei einem Sängerwettstreit in Essen.

Vom 13.-15. August 1910 feierte der Männergesangverein "Frohsinn" sein 25jähriges Bestehen. Lobberich erlebte ein großes Fest, welches von den Chormitgliedern gut vorbereitet worden war. 1200 Sänger weilten während der Feierlichkeiten in der Stadt.

Der erste Weltkrieg 1914-1918 unterbrach das Vereinsleben auf eine schreckliche Weise. Von denen die zum Wehrdienst verpflichtet wurden, kamen neun Sangesbrüder nicht wieder zurück.
(...) Nachdem der wahnsinnige Krieg zu Ende war, begann im Juli 1919 das Vereinsleben wieder. Man suchte einen neuen Dirigenten, weil sich Judokus Schaaf nach Düsseldorf verändert hatte. Der Lehrer Heinrich Katzer erklärte sich bereit, die musikalische Leitung zu übernehmen.

In den Jahren 1921-1922 nahm das Vereinsleben einen stetigen Aufschwung. Den widrigen Verhältnissen der Jahre 1923 und 1924 zum Trotz brachte eine vorbildliche Sängerkameradschaft den Verein über wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten. Die wirtschaftliche Misere war es auch, die beim 40jährigen Bestehen eine große öffentliche Feier unmöglich machte. Trotzdem veranstaltete man ein Jubelkonzert im Saale Bellenberg. Dazu konnte das Viersener Orchester verpflichtet werden.

Im Jahre 1926 vollzog sich erneut ein Wechsel in der musikalischen Leitung. Der in Krefeld ansässige Chorleiter Fritz Kronen übernahm das Dirigat. Er führte den "Frohsinn" zu schönen Erfolgen, die den Chor über die Grenzen der Heimatstadt hinaus bekannt machten.

Im November 1927 feierte der Sangesbruder Heinrich Funken sein 40jähriges Präsidenten-Jubiläum. Er wurde von der Jahreshauptversammlung am 3. Dezember zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit ernannt. In der gleichen Generalversammlung wählte man Theodor van den Eynden zum neuen 1. Vorsitzenden.

Daß man Lobberich als Sängerstadt schätzte, beweist die Tatsache, daß im Jahr 1929 das Bundesfest des Gaues Krefeld im Deutschen Sängerbund hier stattfand. Für das Zustandekommen hat sich der damalige Bürgermeister Josef Eger in besonderer Weise verdient gemacht.

Am 5. und 6. Juli 1930 nahm der Verein an dem Rheinischen Sängerbundesfest in Barmen teil. Nach drei Jahren übergab Theodor van den Eynden den Vorsitz an Jakob Brötsch. Dieser war zuvor lange Jahre als Schriftführer für den Verein tätig. Ein glanzvoller Erfolg bescherte dem Verein das Jahr 1932. Am 28. August erzielte man beim Gauwertungssingen des Kreises Kempen-Krefeld der Gruppe 1 das Prädikat sehr gut.

Bei der Cäcilienfeier am 8. Dezember 1932 wurde Dr. jur. Josef Veith als Protektor in den Verein eingeführt.

Das Jahr 1934 sah den "Frohsinn" mit den Vorbereitungen zum 50jährigen Bestehen beschäftigt. Dieses Jubelfest wurde dann am 3., 4. und 5. August 1935 gefeiert. Der einzige noch lebende Mitbegründer des Vereins, Heinrich Funken, der 40 Jahre Vorsitzender war, und seit 1927 als Ehrenpräsident fungiert hatte, wurde vom Deutschen Sängerbund mit der Vereinsführer-Goldkette ausgezeichnet.

Die Frauen der Sänger schenkten dem Verein aus Anlaß des 50jährigen Bestehens eine neue Fahne, die am Festabend feierlich geweiht wurde.

In den Jahren 1936 und 1937 verbuchte der "Frohsinn" schöne Erfolge durch eigene Konzerte sowie durch die Teilnahme an verschiedenen Sängertreffen.

Der zweite Weltkrieg rief auch die Frohsinnsänger zu den Waffen. Das führte dazu, daß die Probenarbeit im Mai 1940 notgedrungen eingestellt werden mußte.

Am 18. Januar 1940 verstarb das letzte Gründungsmitglied Heinrich Funken. Alle Sänger, die noch in der Heimat weilten, begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Am offenen Grabe dankten sie ihm für seinen unermüdlichen Einsatz.

In der Nacht zum 1. März 1945 wurde das damalige Vereinslokal Hillenbrands durch Kriegseinwirkung ein Raub der Flammen.

Der Verein verlor dabei außer Flügel, Fahne und Notenschrank das gesamte Inventar. Die drei erwähnten Teile waren glücklicherweise beim Protektor untergestellt.

Nachdem der zweite Weltkrieg zu Ende war, stellte man fest, daß eine ganze Anzahl treuer Sangesbrüder zu beklagen waren. Den Gefallenen ist in dieser Festschrift eine besondere Seite gewidmet.

Kaum war der zweite Weltkrieg zu Ende, da fanden sich im Sommer 1945 schon wieder einige Frohsinnsänger zusammen, um das Vereinsleben in Gang zu bringen. Im Oktober 1945 schließlich kehrte auch der Chorleiter Fritz Kronen aus der Gefangenschaft zurück. Die Proben wurden unverzüglich aufgenommen. Das erste Konzert nach dem Kriege fand bereits am 10. November 1946 statt.

Aus Altersgründen legte der 1. Vorsitzende Jakob Brötsch sein Amt im Dezember 1949 nieder. Aus der nachfolgenden Wahl ging Gottfried Schroers als Sieger hervor und trat damit an die Spitze des Vereins. Wegen seiner großen Verdienste um den Verein wurde Jakob Brötsch zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Jahre 1950 überstieg die Mitgliederzahl erstmals nach dem Kriege die Marke 100. Mit diesem stattlichen Männerchor konnte man ebenfalls im Jahre 1950 gute Erfolge bei einem Sängerwettstreit in Wirges (Westerwald) erringen. Der Förderer des Vereins Heinrich Edmund Suthor wurde am 18. Juli 1950 zum "Außerordentlichen Mitglied" ernannt.

Aus einer Fülle von Konzerten des MGV"Frohsinn" sei besonders das mit dem holländischen Knabenchor"de Leender-Choralen" erwähnt. Im Sommer 1951 erfreuten die kleinen Gäste aus den Niederlanden ihre Zuhörer bei Saalveranstaltungen, sowie bei Freiluftkonzerten. Im Jahre 1951 stand ein Dirigentenwechsel an. Aus mehreren Bewerbern wählten sich die Sänger Heinz Bönn als neuen musikalischen Leiter. Dieser legte jedoch nach einigen Monaten seinen Posten nieder.

Der heimische Diplom-Musiklehrer Johannes Menskes wurde nunmehr mit der künstlerischen Leitung des "Frohsinn" betraut.

Auch schon damals fuhr man ins benachbarte Ausland. So gastierte der "Frohsinn" am 26. Dezember 1952 bei dem holländischen Männerchor "ANIMO" Belfeld anläßlich eines Weihnachtskonzertes.

In der Reihe der Konzerte setzte man im April 1953 einen weiteren Glanzpunkt. Der durch Funk und Schallplatte bekannte Baß-Bariton Willy Schneider konnte für einen Volksliederabend verpflichtet werden.

Das Jahr 1954 sah die Sänger wieder auf Reise. Man besuchte den MGV Concordia Otzingen im Westerwald zur 40-JahrFeier. Der Gegenbesuch erfolgte im darauffolgenden Jahr.

Sehr erfreut waren die Sänger des MGV "Frohsinn", als man ihren 1. Vorsitzenden Gottfried Schroers beim Kreissängertag am 17. Mai 1956 in Lobberich zum 2. Kreisvorsitzenden des Sängerkreises "Linker Niederrhein" wählte. Bei diesem Sängertag zeichnete der "Frohsinn" für den musikalischen Rahmen verantwortlich. Einhellige Meinung aller Anwesenden "sehr gut". Am 13. und 14. Mai 1956 war man wieder mal bei einem Sängerwettstreit dabei. In Oberlahnstein errang man im Ehrensingen den 2. Preis, und im höchsten Ehrensingen zuvor den 1. Preis.

Im gleichen Jahr, nämlich im Juli 1956 hatte man den Tod des außerordentlichen Mitgliedes Heinrich Edmund Suthor zu beklagen. Der gesamte "Frohsinn" nahm Abschied von einem wirklichen Sängerkameraden.

Höhepunkte im Lobbericher Konzertleben waren die in den Jahren 1957 bis 1959 aufgeführten Opern- und Operettenchorkonzerte. Dabei wirkten teilweise der gemischte Chor Cäcilia Schaag, aber auch schon die Damen des "Frohsinn" mit. Hatte man bis zu diesem Zeitpunkt auf reinem Männerchorgesang geschworen, so ließ man sich doch überzeugen, daß ein Damenchor die Konzertpalette um ein Vielfaches erweitern würde. Daher hat die Gründung eines Frauenchores am 4. Mai 1957 stattgefunden.

Der Verein nannte sich ab diesem Zeitpunkt "M.G.V. Frohsinn und angeschlossener Frauenchor". Zur ersten Präsidentin bestimmte man Hella Esser.

Im Juli 1957 verstarb der hochverehrte Ehrenpräsident Herr Jakob Brötsch. Wieder nahmen die Sänger Abschied von einem verdienten Sangesbruder.

Am 30. November 1957 konnte der Protektor des Vereins Josef Veith sein silbernes Jubiläum feiern.
Kurz danach schied Dr. Josef Veith wegen persönlicher Gründe als Protektor aus dem "Frohsinn".

Zur 50-Jahr-Feier des MGV Girod, verbunden mit einem Wettstreit, starteten die Sänger am 14. Juni 1959 in den Westerwald. Hier gelang ein totaler Erfolg. Man errang den 1. Preis im Klassensingen, den 1. Preis im Ehrensingen, den 1. Preis im höchsten Ehrensingen. Um den Erfolg komplett zu machen, wurde Johannes Menskes der Dirigentenpreis für vorzügliche Leistungen zuerkannt. Und wie immer, wenn die "Frohsinnsänger" siegreich heimkehrten, nahm die Bevölkerung regen Anteil.

Im Jahre 1960 sollte dem ereignisreichen Vereinsleben des "Frohsinn" ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte angefügt werden. Es galt das 75jährige Bestehen zu feiern. Und wieder zeigten die Sängerinnen und Sänger, daß sie auch Feste organisieren und feiern können. Zur Sängerkundgebung auf dem Stöppken konnte der Präsident des Sängerbundes von Nordrhein-Westfalen Herr Erich Schuhmacher als Redner verpflichtet werden. Ebenso hielt Herr Schuhmacher die Festansprache beim Festakt im Kolpinghaus. (...) Auch die Sängerfrauen hatten sich wieder etwas besonderes ausgedacht. War es zum 50jährigen Bestehen noch eine neue Vereinsfahne, so schenkten sie dem Chor zum 75. Geburtstag einen herrlichen Notenschrank.

Nach dem Jubelfest brauchte der Chor einige Zeit der Besinnung und Erholung. Mit vereinsinternen Festen, Ständchen und natürlich den wöchentlichen Proben steuerte man das Jahr 1962 an.

Zwischendurch sei aber auf ein besonderes Ereignis hingewiesen. 1961 konnte Peter Thomas das seltene 65jährige Sängerjubiläum feiern.

Doch zurück zu 1962. Der "Frohsinn" hatte sich bis hierher bereits einen Namen gemacht, der weit über die örtlichen Grenzen hinausragte. Dieses darf man wohl der Tatsache entnehmen, daß er beim Bundessängerfest neben einem so bekannten Chor wie dem Schubertbund Essen, das Programm im städtischen Saalbau zu Essen bestreiten durfte. Zur Aufführung gelangte die "Cäcilien-Ode", ein Oratorium von Georg Friedrich Händel. Dazu schrieb unter anderen die "Essener Allgemeine Zeitung":

"Berühmte Chöre, wie der Kölner Männergesangverein, der Berliner Lehrergesangverein, der Stuttgarter Liederkranz und der Schubertbund Essen rechtfertigten durch ihre wertvollen Darbietungen ihren Ruf. Andere, sonst weniger genannte, sangen sich mit ungewöhnlichen Leistungen nach vorn. Manche mit Werken der klassischen und modernen Literatur, denen man selten begegnet. Darunter auch der MGV Frohsinn mit seinem Frauenehor, mit Händels Cäcilien-Ode. "

Zwischendurch sei einmal erwähnt, daß der Chor zu unzähligen Gelegenheiten immer wieder bereitwillig zur Verfügung stand. So zum Beispiel bei Einweihungen, Jubiläen, oder bei Goldhochzeiten.

Wer nun Johannes Menskes kennt, der weiß auch, daß dieser nicht ruht, bis wieder eine große Sache unter Dach und Fach ist. Am 7. April 1968 war es dann so weit. Nach langen intensiven Vorbereitungen sang der "Frohsinn" das Oratorium "Die Schöpfung" von Josef Haydn, in Verbindung mit dem Synfonieorchester Tegeln.

Die Presse bescheinigte allen Beteiligten, diese Aufführung hätte Großstadtformat gehabt. Die Westdeutsche Zeitung meinte, die oberste Grenze eines Laienchores wäre ereicht worden.

Im Jahre 1969 vollzog sich an der Vereinsspitze wiederum ein Wechsel. Gottfried Schroers gab nach langjähriger verdienstvoller Tätigkeit als Vorsitzender dieses Amt an Karl-Heinz Andrae ab. Der konnte sich nun direkt bewähren. In der folgenden Jahreshauptversammlung wurde nämlich beschlossen, 1972 eine Konzertreise durch Österreich zu unternehmen. Optimal vorbereitet fuhr der Chor dann im Mai 1972 gegen Süden.

Volle Häuser und eine ausgezeichnete Presse waren den Chormitgliedern und dem Dirigenten verdienter Lohn für alle Strapazen, die man in der Vorbereitungszeit auf sich genommen hatte. Konzertiert wurde in den Städten Weiz, St. Veith und in Greifenburg. Aber ebenso wird der Empfang beim Landeshauptmann in Graz für alle, die dabei waren, eine bleibende Erinnerung sein.

Es versteht sich am Rande, daß nicht alle Aktivitäten des Chores im Festbuch festgehalten werden können.

Deswegen sei hier nur an dieser Stelle auf die jährlichen Konzerte, teils mit anderen Chören, teils mit Solisten hingewiesen.
Besondere Beachtung sollte man der Tatsache schenken, daß es sowohl der Dirigent Johannes Menskes als auch der Vorstand geschafft haben, in einer Zeit, in der viele Einflüsse von außen, sei es nun das enorme Freizeitangebot wie zum Beispiel Kino oder Fernsehen, auf den Verein eingewirkt haben, immer noch eine zahlenmäßig und stimmlich qualifizierte Truppe zusammenzuhalten.

Gegen Ende 1972 stand Karl-Heinz Andrae nicht mehr für den Posten des 1. Vorsitzenden zur Verfügung. Er trat wegen Arbeitsüberlastung zurück. Sein Nachfolger wurde Hans Janßen, der schon mehrere Jahre als Schriftführer tätig gewesen war.

Das Jahr 1974 war wieder eines von denen, die besonders hervorgehoben werden sollten. Johannes Menskes hatte einen lang gehegten Wunsch in die Tat umgesetzt. Er hatte alle unter seiner Leitung stehenden Chöre zu einem Klangkörper zusammengefaßt.

In Verbindung mit einer belgischen NATO-Kapelle wurde in der Grefrather Eissporthalle ein Konzert zugunsten der Aktion Sorgenkind veranstaltet. Nahezu 4000 Konzertbesucher bestätigten den Akteuren, daß sie sich auf dem richtigen Weg befänden. Das Konzert in Grefrath war gleichzeitig die Geburtsstunde der Menskes-Chöre.

Aber nicht nur herausragende Ereignisse sind es, die den "Frohsinn" zusammenhalten, sondern auch die vereinsinternen Feste tragen wesentlich zum Zusammenhalt des Chores bei. Sollte man bisher den Eindruck bekommen haben, der Frauenchor wäre zu kurz gekommen, so liegt das daran, daß schon kurz nach der Gründung des Damenchores der Status, nur ein angeschlossener Chor zu sein, sich alsbald änderte. Dem allgemeinen Trend der Emanzipation folgend erhielten die Damen volles Stimmrecht und wurden somit vollwertige Mitglieder. Durch diesen Umstand wurde es überflüssig, eigens für den Damenchor eine Präsidentin zu wählen. Seit dieser Zeit gibt es für die Damen eine Sprecherin, die gleichzeitig dem Vorstand als ordentliches Mitglied angehört.

In chronologischer Reihenfolge waren dies bisher Frau Hella Esser, Frau Gertrud Ludwigs, Frau Irmgard Kleppen, Frau Anita Weyers, Frau Berti Holletschke, Frau Mia Fretz, Frau Käthe Jansen. Ab dem Jahre 1984 vertritt Gertrud Thielen die Interessen der Damen im Vorstand.

Hatte man im Frühjahr 1974 noch in Grefrath im Verbund der Menskes-Chöre konzertiert, so testete der"Frohsinn" im Herbst die neu erbaute Werner-Jaeger-Halle. Vor über 500 Zuhörern sang man begeistert in der neuen Umgebung das Konzert"Rund um die Welt". In den letzten 10 Jahren wurde das Leben im "Frohsinn" ganz wesentlich durch die Tatsache bestimmt, daß sich die unter dem Dirigat von Johannes Menskes stehenden Chöre im Jahre 1974 das Versprechen gaben, in Zukunft große Aufgaben gemeinsam zu meistern. So kann man heute mit berechtigtem Stolz auf die Produktion von 5 Schallplatten zurückblicken, die unter folgenden Titeln erschienen sind:

Auch 1985 steht die Aufnahme einer neuen Platte bevor. Bislang waren die "Menskes-Chöre" über 20mal in den verschiedensten Fernsehsendungen zu sehen. Der"Frohsinn-Chor" vertrat dabei die Menskes-Chorgruppe bei folgenden Produktionen:

Nun ist es aber nicht so, als wenn sich die Aktivitäten des "Frohsinn-Chores" im Mitwirken bei der Menskes-Chorgruppe erschöpfen würden. Die Termine sind so zahlreich, daß man sie im einzelnen gar nicht alle aufführen kann. Es sei nur auf einige verwiesen: So kommen zu den wöchentlichen Proben die jährlichen Konzerte. Diverse Veranstaltungen wie Nettetal-Schau, Altenfest in Dülken, Jubiläen befreundeter Vereine, Ständchen zu Silber- oder Goldhochzeiten, Ausflüge, Konzertreisen, Cäcilienfeiern sowie das vorweihnachtliche Singen im Krankenhaus sind ein Querschnitt dessen, bei den Aktiven nie Langeweile aufkommen zu lassen. So ist es vielleicht besser zu verstehen, wie sich nicht nur die Akteure, sondern auch der Verein immer wieder jung erhalten haben.

Es ist jedoch auch Chronistenpflicht, über traurige Ereignisse berichten zu müssen.
Am 15. 3. 1978 verstarb Gottfried Schroers, der dem Verein von 1949 bis 1969 als Vorsitzender vorgestanden hatte.
Gleichzeitig war er von 1956 bis 1966 zweiter Kreisvorsitzender. Von 1966 bis zu seinem Tode war er erster Kreisvorsitzender des Sängerkreises linker Niederrhein. Der gesamte "Frohsinn" begleitete einen guten Freund, der in den 20 Jahren seiner Präsidentschaft ein Stück Vereinsgeschichte maßgeblich mitgeschrieben hat. Seit dem Jahre 1969 war er Ehrenvorsitzender des Vereins. Ein ehrendes Andenken ist ihm gewiß.

Im Jahre 1979 vollzog sich an der Vereinsspitze der vorläufig letzte Wechsel. Der bis dahin amtierende 1. Vorsitzende Hans Günter Janssen veränderte sich beruflich ins Schwabenländle. Er hatte sich in den sieben Jahren als Vorsitzender viele Freunde erworben, die es sehr bedauerten ihn nun zu verlieren. In seine Fußstapfen trat Hartmut Ploenes. Wurde dieser zu Anfang immer an seinem Vorgänger gemessen, so darf man heute feststellen, daß sich Hartmut Ploenes mittlerweile freigeschwommen hat. Er füllt den nicht immer leichten Posten ganz aus.

Der "Frohsinn" schickt sich also an, seinen hundertjährigen Geburtstag zu feiern.

Wünschen wir ihm für dieses Fest, für alles, was er sich vorgenommen hat oder sich noch vornehmen wird, vor allem aber für die Zukunft alles erdenklich Gute und Schöne. Möge er zur Erbauung seiner Mitglieder, zur Freude seiner Zuhörer und nicht zuletzt als Repräsentant seiner Heimat- und Vaterstadt weitere 100 Jahre erfolgreich wirken.


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