Mein Großvater Wilhelm Schroers
Karl-Heinz Peters, Meisenweg 13 47574 Goch
Mein Großvater mütterlicherseits, Wilhelm Schroers in Lobberich
geboren in Süchteln: 27.06.1947
gestorben in Lobberich: 14.04.1900
verheiratet mit Gertrud Franken
geboren in Lobberich: 25.01.1851
gestorben in Lobberich: 26.03.1926
Mein Großvater ist also fünfundzwanzig Jahre vor meiner Geburt bereits gestorben. Er war in seinen letzten Lebensjahren Fabrikdirektor in einer Samt- und Seidenweberei in Lobberich auf der Bahnstraße. Er selbst wohnte mit seiner Frau und den Kindern ebenfalls auf der Bahnstrasse Hausnummer 25. Sie hatten fünf Söhne und vier Töchter.
Ich weiß nicht sehr viel zu erzählen von meinem Großvater. Er ist Soldat im deutsch-französischem Krieg 1870/71 gewesen und war in der Schlacht um Sedan am 2. September 1870 dabei. Es hatte damals schon die deutschen Siege gegeben, ich zähle auf, bei Colomby-Nouilly, bei Vionville-Mars-la-Tour, bei Gravelotte-St.-privat, und bei Noisseville. Später, nach diesem Krieg hat es dann jährlich im Anfang September ein Kameradschaftstreffen gegeben. Es muß immer sehr fröhlich zugegangen sein, mein Opa hat dort immer gesagt: “Ich war bei der Braven-Lotte und bei Creme-de-Vanille dabei, bei der Braven-Lotte ganz privat“! Es muß also ein immer fröhlicher Mann gewesen sein.
In der Familie bekannt war seine Reimkunst, es muß unzählige Gedichte von seiner Hand gegeben haben. Meine Mutter sagte hin und wieder eines auf, es waren immer lustige, fröhliche Reime. Reime, meistens auf Lobbericher Platt. Den Inhalt eines Gedichtes kann ich noch wiedergeben.
Es ging um ein Bauern-Ehepaar. Im späten Herbst oder zu Anfang des Winters auf einem Rübenfeld bei der Rübenernte. Die Jagdsaison war schon eröffnet und die beiden gruben in Handarbeit die Rüben aus, köpften diese und packten sie in eine Rübenmiete. In der Ferne hörte man die Jagdbüchsen knallen. Ein angeschossener Hase kam sterbend angehoppelt und verkroch sich hinter der Rübenmiete. Als er tot war, nahm die Bäuerin den schönen Braten und versteckte ihn zwischen Rock und Unterrock. Bald kamen zwei Jäger mit ihren Hunden, sie suchten den Hasen. Die Hunde sprangen an der Bäuerin hoch und schon fiel der Braten heraus. Die Jäger schimpften, die Hunde bellten, der Bauer wehrte sich und sprach in seinem Lobbericher Platt: „Nun segt min aber doch ens flöck, wer unner Trin sin Unnerröck, denn eigentlich dat Jagdrecht hätt?
Ich grüße aus Pfalzdorf |