Otto Therstappen


1926


mit freundlicher Genehmigung des Autors Dr. Christian Krausch vom 09. August 2010


Lebenslauf  Otto Therstappen


Ausstellungsbiografie Otto Therstappen


Der Maler Otto Therstappen

Im Vergleich zu Walter Dahmen, Jupp Dors, August Erkens und Paul Heimen erscheint das Werk von Otto Therstappen überschaubar. Bereits anlässlich der ersten Gedächtnisausstellung 1988 werden, wie der Versicherungsliste zu entnehmen ist, lediglich 112 Werke zusammengetragen, eine fassbare Summe, die heute, nach intensiver Recherche, (lediglich auf 242 angestiegen ist.

Wilhelm Joseph Otto Therstappen, so sein vollständiger Name, drängt sich nie an das Licht der Öffentlichkeit, sondern lebt anspruchslos und bescheiden in seinem Geburtsort Lobberich, wo er am 19. Oktober 1885 als zweiter Sohn des Fabrikwebers August Therstappen und der Katharina Theresia Therstappen, geborene Thönneßen, das Licht der Welt erblickt. Nach dem Besuch der Sassenfelder Volksschule von 1891 bis 1895, macht er eine Lehre in der ehemaligen Lithografenanstalt Jaeger in Lobberich, die sein weiteres Werk prägen wird. Bis auf seine Studienzeit an der damaligen "Handwerker und Kunstgewerbeschule Crefeld" um 1904 bis 1907, unter anderem bei Jan Thorn Prikker und August Nielsen, ein anschließendes Gastjahr in Berlin sowie seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg in der Uniform des Pionierregiments Nr. 20, verlässt Otto Therstappen Lobberich kaum für einen längeren Zeitraum. Vielmehr widmet er sich ganz seiner Heimat mittels der Malerei, die ihn Zeit seines Lebens begleitet. So übernimmt der Künstler von 1926, sechs Jahre nach seiner Heirat mit Mathilde Bispels, das Amt des Zeichenlehrers an der Berufsschule der heutigen Neustraße (seit 1970: Färberstraße, heute Standort des Berufskolleg Kempen, RS) in Lobberich, eine Tätigkeit, die 1933 ihr Ende findet. In den 30-erJahren wechselt er mit seiner Frau die Wohnung und bezieht ein Haus an der Flothenderstraße 4, wo er sich ein bescheidenes Atelier einrichtet. Bis zu seinem Tod am 7. Juni 1951 bleibt er dieser vertrauten Umgebung verbunden.

Verschiedene Zeitungsartikel anlässlich seines 65. Geburtstages 1950 sowie seines Todes im Jahr darauf charakterisieren ihn als großzügigen und empfindsamen Menschen, der in der Lage war, das Ursprüngliche der Landschaft zu sehen und mit dem Pinsel wiederzugeben.(1) Dabei ist, wie die Summe gesicherter Arbeiten belegt, Otto Therstappens Werk nicht so umfangreich, wie beispielsweise das von August Erkens oder Paul Heimen. In Ermangelung geeigneter Archivalien aber, etwa in Form von Presseberichten über Ausstellungen des Künstlers, sowie durch das Fehlen aussagekräftiger kommunaler oder privater Archive, kann der tatsächliche Umfang des Oeuvres von Otto Therstappen lediglich vermutet werden.(2) Ganz bewusst meidet der Künstler Zeit seines Lebens die Öffenlichkeit, wiewohl er auch auf eine eigene Dokumentation seiner Arbeiten verzichtet. Allein ein kurzgefasster Lebenslauf, niedergeschrieben am 1.4.39, sowie vereinzelte amtliche Dokumente geben über den Werdegang Otto Therstappens magere Auskunft. Immerhin ist seine Mitgliedschaft im Bund Deutscher Akademischer Künstler, Berlin, 1920 ebenso belegt, wie seine Zugehörigkeit zum Bund der Kulturschaffenden in Düsseldorf. Zudem berichtet ein weiteres Schriftstück vom 1.4.1939 über seine Mitgliedschaft in der Reichskammer der bildenden Künstler.(3) Anders aber als bei den übrigen in dieser Dokumentation vorgestellten Künstlern fehlen Zeugnisse seiner Ausbildung sowie weitere Belege über sein Werk.

Erschwerend für die Bestandsaufnahme ist zudem die Zuschreibung mancher Arbeit, da auch Otto Therstappen seine Bilder selten nur signiert oder datiert. Rund 1/4 aller überlieferten Werke sind ohne irgendeine Form der Bezeichnung. Sofern eine Signatur vorhanden ist, verweist sie in der Regel als "O. Therstappen" auf den Urheber der Arbeit, gelegentlich ergänzt um eine Jahreszahl. Andere Werke, vornehmlich die einem Skizzenblock entnommenen, tragen als "O.T." das Monogramm des Künstlers, ein Aquarell der "Irmgardiskapelle, Süchteln" (WV 96) ist dagegen sogar zweimal mit "O. Therstappen" signiert. Mehrfach wiederkehrendes Merkmal der Originalsignatur ist Otto Therstappens Spiel mit dem doppelten Buchstaben "p", von dem er einen in die Zeile unterhalb des Nachnamens, direkt neben das erste "p" platziert. Markante Beispiele dafür sind die Rötelzeichnung "Die Kreuztragung" (WV 155) aus der Serie der Bilder mit christlicher Thematik, das kleine "Kinderbildnis Paula Bispels" (WV 4) sowie das Aquarell "Torruine in Frankreich" (WV 27), das Therstappen 1918 während des Frankreich-Feldzuges im Ersten Weltkrieg anfertigt. Die deutlich lesbare Jahreszahl dieser Arbeit ist in Anbindung an die Buchstaben "p" unterhalb des Schriftzuges zu erkennen, einem weiteren typischen Kennzeichen für Otto Therstappens Werk. In aller Regel sind die Arbeiten direkt auf dem Blatt oder der Leinwand vom Künstler signiert, vereinzelt auch auf dem Passepartout. Hier ist allerdings zu unterscheiden zwischen den handschriftlichen Bezeichnungen des Künstlers und solchen neuerer Art. So finden sich gelegentlich Aquarelle, wie beispielsweise die "Landschaft bei Hinsbeck" (WV 56), dessen neues Passepartout in einem aktueller Zeit entstammenden Rahmen den Schriftzug "O. Therstappen" lesen lässt. Diese, wie manche handschriftliche Ergänzung anderer Aquarelle, etwa die in großen Druckbuchstaben aufgetragene Signatur des Bildes "Kartoffelernte" (WV 19), werden nicht aus der Feder von Otto Therstappen stammen. Vielmehr mögen sie als zusätzliche Bestätigung des persönlich schon Gesicherten gedacht sein, um nachträglich und aus fremder Hand die Originalität der Arbeiten zu unterstreichen. Indessen stellt der Vergleich des Malstils mit anderen Arbeiten die Autorschaft der Bilder niemals wirklich in Frage.(4) Überdies ist die Herkunft der meisten Arbeiten von Otto Therstappen durch familiäre, freundschaftliche oder andere persönliche Beziehungen gesichert, so dass der vorgefundene Bestand keiner weiteren Überprüfung standhalten muss.

Fotografie und Gebrauchsgrafik

Im Hinblick auf das Gesamtoeuvre des Künstlers ist davon auszugehen, dass zahlreiche Arbeiten von Otto Therstappen heute verschollen sind, da er nicht allein als Maler und Zeichner, sondern vornehmlich auch als Fotograf in Erscheinung tritt. So richtet sich der junge Künstler 1908, nach seinem Studium an der im Oktober 1904 eröffneten "Handwerker- und Kunstgewerbeschule Crefeld", in seiner Heimatstadt ein Fotoatelier ein, das ihm, neben seiner Tätigkeit als freiberuflicher Maler und Zeichner, für den Broterwerb dienlich ist. Therstappen erprobt mit großem Erfolg die Techniken der Porträtfotografie, so dass er bald, neben der eigenen Verwandtschaft, einen umfangreichen Kundenkreis nachweisen kann. Neben der üblichen Fotografie für private und amtliche Zwecke, etwa dem Passbild, macht sich Therstappen durch seine handkolorierten Fotoarbeiten einen Namen. Die Besonderheit dieser Arbeiten, beispielsweise die Porträts von Peter (WV 241) und Wilhelm Bispels (WV 242) sowie das Porträt "Elisabeth Bongartz als Kind" (WV 240), liegt in ihrem täuschenden Naturalismus der reinen Schwarz-Weiß Fotografie, die mittels der nachträglich ergänzten zarten Farbgebung an zusätzlicher Lebendigkeit gewinnt. Dabei ist Otto Therstappen nicht der einzige Fotograf in Lobberich. Zur selben Zeit arbeitet auch Paul Dohmen im Ort, bekannt aufgrund eines Augenfehlers als "Dohmen Döpp", dessen Arbeiten aber für den künstlerisch veranlagten Otto Therstappen keine wirkliche Konkurrenz darstellen. Wie viele Fotos Therstappen tatsächlich anfertigt, lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Zahlreiche davon werden als Hochzeitsfotos oder Dokumentation anderer Ehrentage in den Fotoalben privater Haushalte aufbewahrt oder sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. Bei diesen Überlegungen darf nicht vergessen werden, dass sich Otto Therstappen mit Arbeit im Fotoatelier vornehmlich seinen Unterhalt verdient, der ihm, wie auch seine Tätigkeit als Lithograf, seine Leidenschaft der Malerei und Zeichnung erst ermöglicht. So entwirft der Künstler beispielsweise um 1922/23 neben vereinzelten Briefköpfen, im Rahmen einer Auftragsarbeit für die Landhandlung Anton Nonninger in Lobberich das Flaschenetikett für den Schnaps "Alter Niederrheiner" (WV 226). Therstappen kann bei diesem Steindruck seine Kenntnisse der Lithografie, die er während seiner Lehre in der Lithografenanstalt Jaeger erwirbt, eindrucksvoll mit seinem zeichnerischen Talent kombinieren. Der kleine Druck lebt von der gekonnten Strichführung, die den abgebildeten Wanderschnitter sehr plastisch und bewegt erscheinen lässt. In vergleichbarer Weise zeugt eine Reihe kleiner Radierungen vom Geschick Otto Therstappens, Architekturmotive, Landschaften oder Historienbilder über die Drucktechnik zu vervielfältigen (WV 221-223). Meist nach Vorlagen entstanden, dienen diese Arbeiten zur Schulung einer Technik, die der für Otto Therstappen so wichtigen Form der Zeichnung sehr nahe steht.

Fensterbilder

Für die Sicherung seines Unterhaltes tragen schließlich noch verschiedene große Auftragsarbeiten für Glasfenster bei, etwa die des Zisterzienser-Klosters Uhlespott im nahegelegenen Tegelen, die Otto Therstappen um 1932 anfertigt. Insgesamt acht Fenster für die Josefskapelle sowie die Bernhardskapelle werden in der damaligen Presse angesprochen und beschrieben, ein Triptychon "Kreuzabnahme" an anderem Ort kurze Zeit später.(5) Die von P. Laurentius Cremers OC. seinerzeit ausführlich gelobten Arbeiten leben auch heute noch von der Klarheit ihres Aufbaus, der den Einfluss von Therstappens Lehrer Jan Thorn Prikker spüren lässt. Doch wo dieser sich schon gegen Ende der zwanziger Jahre ganz der geometrischen Form zuwendet, folgt Therstappen noch dem traditionellen bildhaften und erzählerischen Stil. Die Glasfenster im Kloster Uhlespott schildern in der Josefskapelle Szenen aus dem Leben des HI. Josef (WV 231), des HI. Laurentius (WV 233), der HI. Maria Magdalena (WV 230) sowie des HI. Karl Borromäus (WV 229). In der Bernhardskapelle dagegen widmet sich Therstappen mit den Darstellungen "Bernhard reicht die Kommunion Herzog Wilhelm X von Poitiers" (WV 232), "Bernhard rettet einen zum Tode Verurteilten" (WV 236) sowie "Bernhards Schwester Humbolene" (WV 203) dem Leben des HI. Bernhard und, durch das Bildnis "Jungfrau Mariae" (WV 235), der Mutter Gottes. Verschiedene Fensterbildentwürfe sakralen und profanen Inhalts, wie etwa der "Sämann" von 1938/39 unterstreichen in der gesamten Glasmalerei Otto Therstappens den eigentlichen Zeichner und Aquarellist, der seine Strichführung und Farbgebung auf eine andere Technik überträgt (WV 1). Zählt man alle diese Auftragsarbeiten und Erzeugnisse gebrauchsgrafischer Art, sowie die vermeintlich große Summe einstmals entstandener Fotografien zum Gesamtwerk des Künstlers, so gewinnt dieses doch, im Gegensatz zu den eingangs gestellten Vermutungen, ein unüberschaubares Volumen. Indessen soll im Weiteren, weniger auf Vermutungen basierend, von dem Fotografen und Gebrauchsgrafiker Otto Therstappen die Rede sein, wenngleich, wie sich zeigen wird, das selbst erstellte Foto vereinzelt als Vorlage für spätere Gemälde dient. Vielmehr gilt nun das Augenmerk dem Maler und Menschen, dessen künstlerisches Oeuvre heute vornehmlich in Form von Aquarellen, Ölgemälden und Zeichnungen gesichert ist.

Aquarelle und Zeichnungen

Otto Therstappens Skizzenbücher spiegeln seinen Blick auf die ihn umgebende Welt (WV 139/140/182/183). Überdies dokumentieren sie durch datierte Körperstudien Therstappens kurzen Aufenthalt 1910 in Berlin. Neben Landschaften, Architekturen, Porträts und zahlreichen Tierstudien, gezeichnet mit Bleistift auf Papier, finden sich in den Büchern vereinzelte Aquarelle, kleine farbige Studien oder ausgearbeitete Bilder, die bereits von Therstappens Geschick und Neigung für den Aquarellpinsel berichten. "Lieber eine gute Zeichnung mit etwas Farbe, als ein Gemälde verzeichnet", zitiert bereits ein alter Zeitungsartikel den Kunstmaler Otto Therstappen, der in der Tat vornehmlich mit Aquarellfarben arbeitet. Bei knapp 60% der nachweisbaren Bilder handelt es sich um Aquarelle, wohingegen die verbleibenden 40% zusammen als Zeichnungen in Blei und Rötel, als Radierung, Ölgemälde und Glasfenster überliefert sind. Diese auch bei Dahmen anzutreffende unterschiedliche Gewichtung der Techniken ist nicht nur der Vorliebe des Künstlers für die Aquarellmalerei und ihrer alleinigen Beherrschung zuzuschreiben, da Therstappen nicht weniger qualitätsvoll manchen Landschaftseindruck in ÖI auf die Leinwand bannt. Ein Hauptgrund für die gewaltige Überzahl an Aquarellen ist, neben des besagten Materialmangels, in Therstappens Arbeitsweise zu sehen, vornehmlich vor Ort, sprich in der Natur und weniger im Atelier zu malen. So ist das Bild des mit einem Aquarell- oder Skizzenblock in Lobberichs Straßen arbeitenden Künstlers in den Köpfen zahlreicher Einwohner noch fest verankert. Hier entstehen etliche Studien zur Architektur, etwa zur "Lobbericher Kirchstraße" (WV 130), die Otto Therstappen vom gleichen Standpunkt aus am 23.9.1913 zeichnet und bei anderer Gelegenheit gekonnt als Winterlandschaft in Aquarellfarben fixiert (WV 128). Unter freiem Himmel entwickelt der Künstler auch jene Ansichten vom "Breyeller See" (WV 3), oder der "Landschaft bei Hinsbeck" (WV 55/56), die er mal mit dichtem mal mit zartem Pinselstrich auf dem Aquarellblock festhält. Bereits in frühesten Jahren beweist Otto Therstappen seine musische Begabung, indem er 14-jährig das "Bildnis eines ermatteten Löwen" auf einem Blatt Papier malt (WV 5). Die kleine Arbeit ist versehen mit der Jahreszahl 1898 sowie einer für Therstappen untypischen Unterschrift, die aber aus seinen um die Zeit gemachten lithografischen Erfahrungen sowie seinem jugendlichen Alter herzuleiten ist. Ohne Zweifel überzeugt die in Mischtechnik ausgeführte Zeichnung nicht nur Otto Therstappens Eltern vom Geschick ihres zweiten Sohnes, sondern auch seinen älteren Bruder August, der in späteren Jahren in Berlin als Grafiker und Plakatmaler Karriere macht. Von ihm wird mehrfach der Wunsch geäußert, den jüngeren Bruder nach Berlin zu holen, worauf Therstappens Berlinaufenthalte im Jahr 1910 und 1920 zurückzuführen sind. Doch der in seinem Temperament eher zurückhaltende Otto Therstappen meidet die Hektik der Großstadt und bleibt aus Überzeugung seiner Heimat, dem Niederrhein, verbunden. Hier festigt er während der Studienzeit an der "Handwerker- und Kunstgewerbeschule Crefeld" bei seinem dort von 1904 bis 1910 unterrichtenden Lehrer Jan Thorn Prikker, sowie bei August Nielsen, Lehrer für Ornamentik, Kunstgeschichte, Anatomie und Akt, seinen zeichnerischen Strich, wie auch das ihm gegebene feine Farbempfinden.(6) Der aus den Haag kommende Thorn Prikker, später Professor an der Akademie in Düsseldorf, ist bekannt für seine sich vom Jugendstil befreienden Glasmalereien, die, wie bereits angesprochen, in Therstappens weiterer Entwicklung ihren Nachhall finden. Insbesondere aber bringt Thorn Prikker die ursprünglich in Asien und Russland beheimatete Technik des Batikens nach Deutschland, wo sie von Krefeld aus zahlreiche Künstler in ihrer Entwicklung beeinflusst. Es ist vor allem jene, die Batik auszeichnende Verbindung zarter Farbflächen und konturierender Linien, die sich insbesondere in Otto Therstappens Aquarellen sowie den aquarellierten Zeichnungen nachweisen lässt. Immer wieder finden sich Landschaftseindrücke der näheren Umgebung, wie etwa die Aquarelle "Glabbacher Bruch" (WV 83/S: 253) oder "Nettelandschaft" (WV 105), in denen Otto Therstappen angrenzende Farbflächen durch kräftige Konturen voneinander trennt, oder ihnen durch den modellierenden Einsatz der dunklen Farbe zu Plastizität verhilft. Von besonderem Reiz ist Therstappens' kalkuliert eingesetzter Verzicht auf Farbe an solchen Stellen, wo die Farbigkeit des Malgrundes zum Einsatz gebracht werden kann. So sind große Bereiche einer "Winterlichen Flusslandschaft" allein durch das Weiß des Aquarellpapiers formuliert, das als Schnee durch den Einsatz schwarzer Konturen an Form gewinnt (WV 126/S. 254). Unter Ausschluss der schwarzen Linien inszeniert Therstappen in dem Aquarell "Kathmühle, Lobberich" (WV 36) auf diese Weise den von hellen Wölkchen durchzogenen Himmel, wohingegen er in dem Motiv einer einzelnen "Rose" von 1947 verschiedenen Blütenblättern auf vergleichbare Art zu hellem Glanz verhilft (WV 95/S. 255). Beinah regelmäßig greift Otto Therstappen auf die Möglichkeit der farbgebenden Einbeziehung des Malgrundes zurück, wobei er, wie auch das Porträt "Anneliese Engbrocks als 14-jähriges Mädchen" (WV 30) belegt, großes Geschick beweist. Das durchweg in zarten Farben ausgeführte Mädchenbildnis vermittelt im Zusammenspiel mit dem cremefarbenen Aquarellpapier einen Zustand innerer Ruhe und Ausgewogenheit. Die Aquarellmalerei bietet Otto Therstappen die geeigneteste Möglichkeit, die ihn umgebenden Eindrücke in Kunst umzuwandeln. Kein Thema, das nicht über Wasserfarbe und Pinsel seinen Weg auf das Papier findet. Landschaften, Architekturdarstellungen, Stillleben und Porträts sind Therstappens bevorzugte Sujets, Motive seiner Heimat, mit der er fest verwurzelt ist. Dabei variiert der Künstler im Laufe seiner Entwicklung von der dem Pointillismus verhafteten, lichtdurchfluteten Malerei, wie sie etwa in den Aquarellen der Kriegsjahre bei der "Kirchenruine in Frankreich" (WV 28/S. 256) anzutreffen ist, zu den flächig gemalten und mit Konturen versehenen Werken späterer Jahre. Doch keinem modernen Stil will sich Otto Therstappen dabei endgültig verpflichten, sondern er liebt es vielmehr, gerade in den Aquarellen und Zeichnungen vorwiegend traditionell naturalistisch zu arbeiten. Die Möglichkeit dazu bietet ihm, wie schon H.J.L. in seinem Zeitungsartikel vom Oktober 1950 erkennt, die Eigenart der niederrheinischen Luft und der in sie getauchten und von ihr auch im Farbton bestimmten Landschaft an sich, da sie "schon der Art des Aquarells verwandt ist".(7)

Architektur

Otto Therstappens Motivwahl ist umfangreich und lenkt den Betrachter des Öfteren von der abwechslungsreichen Landschaft in den Ort Lobberich sowie zu den ihn umgebenen markanten Architekturen. Neben der erwähnten "Lobbericher Kirchstraße", die Therstappen nicht nur zeichnet und aquarelliert, sondern auch von verschiedenen Blickwinkeln mehrfach mit Ölfarben malt (WV 200/S. 257) (WV199), trifft man so u. a. häufig auf das Motiv "Burg Ingenhoven" (WV 102/S. 258) (WV 123), die "Stammenmühle" (WV 12/119), die "Lobbericher Kathmühle" (WV 36), den heute im Freilichtmuseum Kommern befindlichen "Bispelshof" (WV 23), die "Mühle von Xanten" (WV 21) sowie auf drei Ansichten der "Irmgardiskapelle" in Süchteln (WV 96/48). Insbesondere der ungewohnte Blick durch lichtdurchflutete Bäume auf die mit Schattenspielen überzogene Eingangsfront dieser Kapelle lässt Therstappens zeichnerisches Geschick erneut erkennen (WV 184/S. 259). In Wachskreide und Kohle auf Hartfaser, unter der von den Aquarellen bekannten Einbeziehung des braunen Malgrundes, entwickelt der Künstler hier eine atmosphärische Stimmung, welche die plakative Leblosigkeit vereinzelter "Bauernbilder" (WV 34/44) vergessen lässt. Auch der in Rötel und Kohle auf Papier eingefangene Blick vom Rathaus aus auf das "Missionskreuz der Alten Kirche" von Lobberich zeigt die Fähigkeit Otto Therstappens, über die reine Naturstudie hinaus experimentell zu arbeiten (WV 165/S. 260). Trotz seiner selbst formulierten, auf seinem Grabstein in Lobberich zu lesenden Titulierung als "Heimatmaler" und der damit assoziierten naturalistischen Malweise, wagt Otto Therstappen in diesen und vereinzelten anderen Bildern den Schritt in die Auflösung der Form, der den Einfluss seines progressiven Lehrers Thorn Prikker deutlich zeigt.

An anderer Stelle indessen beweist Otto Therstappen seine dokumentarisch genauen Malqualitäten, wenn er beispielsweise den "Antoniusaltar" in der Alten Kirche detailliert erfasst. Zweimal wählt der Künstler den Blick auf den Innenraum der Kirche mit dem gewaltigen Altar des Antonius beinah so, als kopiere sich der Künstler an dieser Stelle selbst (WV 193/S. 261) (WV 209). Wie auch die zweifach vorhandene, fast identische Ansicht der "Stammenmühle" (WV 12/119) belegt sowie die nur leicht variierende Ansicht des "Missionskreuzes an der Alten Kirche" von Lobberich (WV 165/158), greift Otto Therstappen in der Tat gelegentlich auf ein einmal gefundenes Motiv mehrfach zurück, was möglicherweise auf den Umstand der Auftragsarbeit zurückzuführen ist. Ebenso denkbar bei der Wiederholung eines Bildes ist Therstappens eigene Begeisterung am Sujet, der durch die Verdopplung Genüge geleistet wird. Beim Bildnis des "Antoniusaltar" besinnt sich Otto Therstappen überdies auf ein selbst erstelltes Foto der besagten Szene, was die oben angesprochene, gelegentliche Verbindung seiner verschiedenen Arbeitsmethoden unterstreicht. Die deutliche Aufnahme zeigt den Zustand der Kirche um 1930, der heute nicht mehr dem Bild der 1945 durch Bomben zerstörten und danach wieder aufgebauten Kirche entspricht (WV 238). Vom Vorbild des Fotos aus ist der Blick auf den "Antoniusaltar" der Alten Kirche laut Datierung des Künstlers 1946 in Ölfarbe auf Leinwand entstanden, der Technik und den Begebenheiten entsprechend, nicht vor Ort, sondern im Atelier.

Ölgemälde

Die Kunst des Aquarells setzt die perfekte Beherrschung der Technik voraus, das Zusammenspiel von Wasser, Farbe und Papier. Die im Vergleich zum Gesamtwerk gewaltige Summe der in dieser Technik entstandenen Arbeiten sind allein Zeuge von Therstappens künstlerischer Qualifikation. Lediglich rund fünfunddreißig Ölgemälde dagegen sind heute nur noch nachweisbar, einige davon in einer den Aquarellen entsprechenden hohen Qualität. Neben den erwähnten aquarellierten und in Ölfarben gemalten Architekturdarstellungen, widmet sich Therstappen mittels der Ölmalerei auch der Landschaft, die er im Wechsel der Jahreszeiten erfasst. So schildert das große "Mohnfeld" (WV 188) anschaulich die Reife des Sommers, die auch im Gemälde "Im Sassenfeld" aus dem Jahr 1943 spürbar " ist (WV 194/S. 262). Der Blick auf den "Krickenbecker See" (WV 197), entstanden 1944, spiegelt im wahrsten Sinne des Wortes einen herbstlichen Himmel, wohingegen die zwei Jahre früher gemalte "Winterliche Nettelandschaft" eindrucksvoll von der Kälte der vierten Jahreszeit erzählt (WV 196/S. 263). Therstappen besinnt sich hier eines Motivs, das er bereits in der schon angesprochenen Arbeit "Winterliche Flusslandschaft" (S. 254) als Aquarell von leicht variiertem Standpunkt aus erfasst. Die in diesem Aquarell vorgestellte Einbeziehung des farbigen Malgrundes meidet Therstappen im direkt vergleichbaren Ölgemälde, wohingegen er sie an anderer Stelle erneut aufleben lässt. Die Arbeit "Et Bürken im Winter" (WV 195/S. 264), ein abermals glaubhaft frostige Kälte signalisierendes Ölgemälde, basiert auf dem Einsatz weiter Flächen weißer Leinwand, die der Schilderung des Schnees oder des schneeverhangenen Himmels dienlich ist. Das zu den schönsten Winterbildern Otto Therstappens zu zählende Gemälde wagt, von dem beschriebenen Farbeinsatz des Malgrundes abgesehen, keinen Exkurs ins Experimentelle. "Et Bürken im Winter" folgt; wie auch die übrigen Ölbilder des Künstlers, hinsichtlich des Farbauftrages der traditionellen Ölmalerei, die im Bereich des Landschafsbildes den im Vergleich zum Aquarell bereits hohen Grad an Naturalismus übertrifft. Die langwierige Malweise mit Ölfarbe bedarf dabei der Ruhe des Ateliers, wo das Gemälde, frei von klimatischen Abhängigkeiten, nach Studien oder aus der Erinnerung entsteht.

Stillleben

Die "enge Klause" bezeichnet H. J. L. in seinem Artikel zum 65. Geburtstag Otto Therstappens das Atelier des Künstlers auf der Flothenderstraße 4. Hierhin zieht er sich zurück, um seine Natur- und Architekturstudien in die Ölmalerei zu übertragen. Überdies wählt Therstappen sein "Atelier" mehrfach als Motiv für aquarellierte Stillleben, die vereinzeltes Malerutensil zeigen (WV 38/S.248). Gläserne Flaschen, Pinsel, ein Winkelmaß sowie ein dekorativ positionierter Apfel sind zu anschaulichen Stillleben arrangiert, ebenso Handschuhe, Kette und ein Parfumflakon (WV 49). Therstappen spielt mit diesen und weiteren Accessoires, etwa einem Spiegel und einer Messingschale (WV 10) oder einer bronzenen Frauenbüste, die er auf grünem Tuch mit einem Buch kombiniert (WV 198). Manche dieser Stillleben wirken dabei inszeniert und ohne besondere Aussage. Andere dagegen scheinen um so mehr dem gekonnten Blick des Künstlers für das einfache Detail zu gehorchen. So widmet sich Therstappen beispielsweise einem Paar "Alter Schuhe" (WV 39), das deutlich, die Anlehnung an Vincent van Goghs Ölgemälde "Ein Paar Schuhe" von 1887 im Museum von Baltimore sucht. Dem Vorbild entsprechend und der Meisterschaft van Goghs nacheifernd, vermittelt die Arbeit den Eindruck von Armut, ein Thema, das im Werk von Otto Therstappen sonst nicht anzutreffen ist. Vielmehr ist es das Bestreben des Künstlers, den eigentlichen Glanz und die Würde der zahlreichen, scheinbar nur belanglosen Dinge seiner Umwelt zu verdeutlichen.

Nicht nur seine bereits beschriebenen Landschaftsbilder und Architekturdarstellungen zeugen von Otto Therstappens Respekt vor der Schönheit des Einfachen. Insbesondere in seinen Blumenstillleben vermag es der Künstler, dieser Einstellung Ausdruck zu verleihen. So vermittelt beispielsweise der große bunte Strauß in brauner Vase (WV 42), eine Arbeit von 1942, den Eindruck üppigen Reichtums, basierend auf der Vielfalt unterschiedlicher Blüten. Verschiedene Rosenbildnisse indessen sind Vertreter bescheidener Noblesse, wohingegen das zarte Aquarell "Mohnblumen in Vase" sehr romantisch erscheint (WV 46/S. 265). Therstappen kombiniert in dieser Arbeit inhaltlich wie auch farblich die Opulenz der Blüten mit dem Anblick der wertvollen Vase, die dabei nicht weniger zerbrechlich wirkt als die roten Blumen. In Anbetracht der Kenntnis, dass Mohn in einer Vase sehr schnell verblüht, unterstreicht das Aquarell Otto Therstappens generelles Bestreben, den Reiz des Augenblicks zu erkennen und in seiner ganzen Pracht im Bild zu fixieren.

Porträts

Kaum anders widmet sich Otto Therstappen der Aufgabe der Porträtmalerei, der er, bedingt durch seinen Broterwerb als Fotograf, sehr verbunden ist. In jeder Technik, von den handkolorierten Fotoporträts, über die Zeichnung und das Aquarell, bis hin zum Ölgemälde, erkundet der Künstler die Möglichkeiten der bedeutenden Momentaufnahme. So legt er etwa in dem eingangs erwähnten, 1914 entstandenen "Kinderbildnis Paula Bispels" besonderen Wert auf das Spiel des Kindes mit Schwamm und Wasser. Die kleine Bleistiftstudie "Mein Vater" (WV 140/S. 250) indessen zeigt im Porträt die momentane Situation des schlafenden Vaters, wohingegen das "Porträt Anna Bispels" die Beschaulichkeit der Kartoffel schälenden Schwiegermutter in der Küche des alten Lobbericher Restaurants "Den Tuddel" auf dem Blatt einfängt. Gemäss seiner Arbeitsweise widmet sich Therstappen dem Ort dieser Szene in einer Bleistiftzeichnung (WV 147), einem Aquarell von 1925 (WV 31) sowie einem Ölgemälde (WV 219), wobei die leicht abgewandelte Zeichnung erneut die geschickte Strichführung des Künstlers belegt. In der Regel suchen Otto Therstappens Porträts durch die Widergabe eines Augenblickes oder die, von der Porträtfotografie abgeleiteten Positionierung der Modelle größtmöglichen Realitätsnähe, wie sie auch in dem naturalistisch erscheinenden aquarellierten Bildnis "Antjen Bispels" von 1922 anzutreffen ist (WV 125/S. 266). Allein im Doppelporträt "Alois und Maria Engbrocks" verlässt Therstappen seine gängige Malweise, um sich, wie schon in der Architekturmalerei, kurzfristig der Abstraktion zu öffnen (WV 11 /S. 267). Das um 1920 entstandene Aquarell lebt von der angedeuteten Auflösung der aneinandergelehnten Körper in geometrische Formen, deren zarte Konturen sich wie ein leises Echo auf dem Blatt spiegeln. Unter Verzicht auf eine naturalistische Malweise erzeugen die von Therstappen so ins Bild übertragenen Kraftlinien anzutreffen ist. Lediglich in den später entstandenen Glasfenstern für das Kloster Uhlespott findet sich, der Technik der Glasmalerei entsprechend, die Auflösung des Körpers in geometrische Formen wieder. Auch sich selbst hat Otto Therstappen mehrfach porträtiert. Markant unter diesen Arbeiten ist jene Bleistiftzeichnung, die den reifen Künstler zu erkennen gibt (WV 136). Mit wenigen Strichen und Schattierungen nur gezeichnet, belegt die Arbeit Therstappens zügigen Strich, der als Vorbote seiner Aquarelle für sein Werk so typisch ist. Ein letztes Foto schließlich zeigt den "Künstler in seinem Atelier" (S. 252). Es offenbart den erfahrenen Maler mit Palette vor seiner Staffelei, kurze Zeit vor seinem überraschenden Tod. Auf der Staffelei sowie auf dem Boden stehend oder an den Wänden hängend finden sich, für das Foto arrangiert, verschiedene Gemälde, die einen kleinen Einblick in die Kunst um 1950, Fotografie Otto Therstappens gewähren. Unter ihnen ist links der beschriebene Blick auf die "Kirchstraße von Lobberich" zu erkennen (WV 200), flankiert von verschiedenen Landschafts- bzw. Seemotiven. Einige der abgebildeten Arbeiten, wie etwa das zentrale Bild der "Weide", existieren lediglich noch als Aquarell (WV 94), andere indessen sind heute gar nicht mehr ausfindig zu machen. Weitere zehn, in verschiedenen alten Zeitungsartikeln erwähnte und bisweilen sogar abgebildete Aquarelle, wie etwa ein "Mädchenkopf", der "Tannenwald bei Abendsonne", die "Sandgrube" oder "Die Windmühle von Hinsbeck", lassen sich nicht aufspüren und müssen daher ebenso, wie auch die eingangs angesprochenen Fotos, als verschollen betrachtet werden. Ein Grund dafür mag in der beinah 50 Jahre umfassenden Zeitspanne von Therstappens Tod bis heute liegen, wie auch in einer verkannten Wertschätzung mancher Arbeiten. Das vorhandene Material indessen aber genügt, um das Werk des Künstlers Otto Therstappen, seine Vorlieben und Techniken, anschaulich zu dokumentieren. Als lokale Größe, bescheiden in seiner Natur und als "Maler und als Mensch ein Aquarelllist", vermittelt Otto Therstappen durch seine Arbeiten einen eindrucksvollen Einblick in seine Heimat, deren Reize an vielen Stellen noch bis heute erhalten sind.

Christian Krausch


(1) Bsp. WZ vom 21.10.1959; Kempener Tageblatt vom 8. Juni 1951.

(2) Heinz Lanser erkennt bereits in einem Aufsatz "Landschaft und Porträt" die schwierige Situation bei den Recherchen über das Leben und Werk drei ehemaliger Künstler. Vgl.: Lanser, Heinz, a.a.0. S. 114

(3) Die genannten Dokumente befinden sich in Privatbesitz, Lobberich

(4) In der Tat sind zahlreiche Arbeiten Otto Therstappens liebevoll gerahmt und mit neuen Passepartouts versehen worden, wobei unklar bleiben muss, ob hierbei die eine oder andere Originalsignatur durch die neue Umrahmung überdeckt worden ist und nachträglich als Beleg auf das Papier übertragen wurde.

(5) P. Laurentius Cremers OC. "Aus dem Heidedorn". In: Niederrheinische Volkszeitung vom 15. Mai 1932

(6) Ein altes Foto zeigt Otto Therstappen im Kreise seiner Mitschüler an der Krefelder Kunstgewerbeschule, die eine der wenigen Institutionen war, wo zu der Zeit auch Frauen studieren konnten.

(7) H.J.L.: Als Maler und als Mensch ein Aquarelllist. Besuch beim 65-jährigen Otto Therstappen. WZ um den 21.10.1950.


Dieser Text wurde mit freundlicher Genehmigung der Sparkassenstiftung und des Autors hier wiedergegeben.
Krausch, Christian: Der Maler Otto Terstappen.
In: Sparkassenstiftung "Natur und Kultur" (Hg.):
BLOMEN-RADERMACHER, Sigrid, KRAUSCH, Christian: Fünf Künstlerportaits vom Niederrhein.
Mönchengladbach (Kühlen) 2000.
= Schriftenreihe der Stiftung "Natur und Kultur" Kreis Viersen der Sparkasse Krefeld, IV. S.235-267. ISBN 3-87448-211-1.

In diesem Buch befindet sich auch ein umfangreiches Werkverzeichnis des Künstlers.


Nachträge:

- an anderer Stelle wird der vollständige Name mit Wilhelm Joseph Otto Therstappen angegeben.

- im Oktober 2004 erreichte mich ein Mail mit einem weiteren, bisher undokumentierten Bild:

Von meinen Eltern habe ich eine Ihnen sicherlich unbekannte Aquarellarbeit geerbt, die das Haus der Familie Friedrich Spengler, meiner Großeltern, in der Haddenbacher Straße 67 in Remscheid zeigt, welches noch heute in der dargestellten Gestalt dort steht.

Soweit ich mich erinnern kann, war Otto Therstappen mit meinem Onkel, dem sehr begabten aber leider unbekannt gebliebenen Maler Erich Spengler befreundet, dem diese Laufbahn wegen der angeblichen Brotlosigkeit von seinen Eltern verwehrt wurde. Anläßlich eines Besuches im Elternhaus seines Freundes Erich, machte er dieses Aquarell. Es ist von der Art der Darstellung, sowie der Perspektive davon auszugehen, dass dieses Bild nach einer Fotografie entstanden ist und dann in seinem Atelier gemalt wurde. Vielleicht ist dieses Foto noch in seinem fotografischen Archiv vorhanden?

Da die Unterschrift etwas genial und somit schlecht lesbar ist, wusste auch niemand, wer dieses hübsche Bild geschaffen hatte. Erst nachdem ich mir die Mühe machte, die erdenklichen Kombinationen in die Suchmaschiene einzugeben, fiel mir der ausgezeichnete Artikel (...) sozusagen in den Schoß.

Vielen Dank, Axel Friedrich Spengler, Köln

Ralf Schmeink, Webmaster


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