Drillinge - Drei- oder viermal?

Nettetaler Spätlese. Zeitung für ältere Menschen 30/ 2007


Egon Bongartz erinnert sich

Waren in den letzten beiden Jahrhunderten drei- oder gar viermal Drillinge in Lobberich zu verzeichnen? Der frühere Drogeriekaufmann Egon Bongartz (87), der heute in Ettenheim (Südbaden) lebt, schickte der Redaktion einen kleinen Artikel mit der Überschrift "Dreimal Drillinge in Lobberich zwischen 1862/65 und 1952", teilweise basierend auf Erzählungen seiner Großmutter Maria Lucia Bongartz geb. Hasenkox.

Der Mädchenname der Großmutter weist auf eine alte Lobbericher Familie hin, in der es Drillinge gegeben hat. Egon Bongartz schreibt, das müsse um 1862/65 gewesen sein, in der Beilage "1000 Jahre Lobberich" der Grenzland-Nachrichten 1988 war die Zahl 1810/15 genannt worden. Wenn Bongartz Recht hat, stimmt aber seine nun folgende Geschichte nicht:

"Die Drillinge erhielten die Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Balthasar starb, und ein nachgeborener Sohn erhielt dessen Namen. Caspar war bucklig, aber schlau, bildete sich in der Musik aus und begründete in Lobberich den Männergesangverein "Hoffnung", den er als Dirigent leitete. Er begleitete die Lieder auf der Gitarre, die er perfekt spielte."

Nun wurde der MGV Hoffnung am 1. November 1863 gegründet, als Caspar nach den Bongartz'schen Zahlenangaben noch ein Baby oder Kleinkind gewesen sein muss, wenn er denn überhaupt geboren war. Anzunehmen ist, dass Caspar, der in der "Hoffnung"-Schrift zum 100-jährigen Bestehen als Webermeister bezeichnet wird, schon etliche Jahre auf dem Buckel hatte, als er Präsident und Dirigent wurde. Er blieb bis 1875 Vorsitzender und Chorleiter und starb Ende April 1879. Die Drillingsgeburt ist also eher 1810/20 zu datieren. Agnes Hasenkox, Witwe von Willi Hasenkox (beide Mitglied der "Hoffnung"), hat von der Geschichte mal gehört, kann aber keine genauen Angaben machen.

Die nächste Drillingsgeburt hat Egon Bongartz "etwa um 1930/32" datiert: Drei Mädchen auf einmal habe das Ehepaar Haasemanns bekommen, das zunächst Pächter der Gaststätte Inderbieten/Spee (früher Jahn-, jetzt Steegerstraße) und dann der "Ewigen Lampe" auf der Hochstraße war. Das Standesamt hat auf Nachfrage der "Spätlese" allerdings keine Drillingsgeburt in dem angegebenen Zeitraum feststellen können. Als Wirte der "Ewigen Lampe" werden vor dem Zweiten Weltkrieg immer nur Horstmann und van den Driesch/Utzenrath genannt.

Aktenkundig sind zwei weitere Drillingsgeburten: am 26. August 1954 kamen Margot, Brigitte und Maria Heymann zur Welt, am 22. Dezember 1981 Andreas, David und Hendrik Schönkes. Die Mädchen haben heute andere Nachnamen: Margot Jansen, Brigitte Heller und Maria Moreth. Die Schönkes-Jungen schicken sich an, als frisch diplomierte Betriebswirte und Holztechniker die Welt zu erobern.

Drei oder vier Drillingsgeburten? Es gibt keine eindeutige Antwort auf die Frage, es sei denn, zu den Haasemanns könnte noch jemand etwas sagen oder schreiben.

Manfred Meis


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