Mein Heimatort Lobberich
ein Aufsatz von 1951

Nettetaler Spätlese. Zeitung für ältere Menschen 18/ 2004


Erinnerungen an Weihnachten

von Werner Tack

Manch' Junge einst, aus Lobberich,
der wünschte sich zum Spielen,
'ne Eisenbahn, groß wie ein Tisch,
mit Zügen, Häusern, Hügeln.

Auch Vater fand den Wunsch ganz toll,
der eigenen Spieltrieb weckte,
schön dass der Sohn erwartungsvoll
des Vaters Traum versteckte.

Mit Holz und Pappe, Kleber, Kleister,
in vielen Abendstunden,
hat dann im Keller mancher Meister
die Traumlandschaft gefunden.

Die Trasse stand, die Schienen lagen,
und Tunnel, Berge, Straßen,
nur Tage noch bis bunte Wagen
Herzen höher schlagen lassen.

Zur Weihnacht dann, am Gabentisch,
erfüllte sich manch' Traum
von einer Rokal - Eisenbahn,
abwarten konnt' man's kaum.

Auf einer Platte strahlten Lichter,
und eine Wunderwelt,
verzaubert, wie gebannt Gesichter,
wenn dann der Zug anhält.

Im Flug vergingen so die Stunden,
und Mutter mahnt zu Bette,
wohl dem, der da noch Schlaf gefunden,
denn bald schon ging's zur Mette.

Im Knabenchor zur heil'gen Nacht,
Christmette - früh um vier,
im Chor der Engel - oh wie lacht...
ans Spielen dachten wir.

Zu Hause dann, so gegen sieben,
wer mocht' noch schlafen gehen,
getarnt, wenn schliefen all die Lieben,
fluchs wieder auf zu stehn.

Jetzt erst gab's Zeit, um flüsternd leise,
die Dinge zu betrachten,
Waggons beladen auf den Gleisen,
die uns so glücklich machten.

Ein Schienenbus, wie's Original,
am Bahnhof Lobberich,
und erst die große Tenderlok,
was Schöneres gab es nicht.

Der Spieltrieb, nach den Weihnachtszeiten,
ließ langsam nach - und dann
wurd' hier verändert,
dort begleiten Ideen manchen Plan.

Für Bastler war's ein guter Tipp,
ins Sassenfeld zu geh'n,
dort auf dem Weg zur Deponie
ganz"Nützliches" zu seh'n ...

Waggons, manch' Teil das nicht gelungen,
bei knappem Taschengeld,
gefunden - und aufs Rad geschwungen,
wie schön war doch die Welt.

Und langsam wichen die Interessen,
mit Freundin, PKW,
doch nie hat man sie ganz vergessen,
Modellbahn - Rokal TT.

Die Zeit verging, die Platte stand
am Speicher - gut verstaut,
den eigenen Kindern - dann und wann,
hat man sie aufgebaut.

Gepflegt die Loks, die nicht mehr liefen,
den Staub der Zeit entfernte,
geschwärmt, bewahrt, denn Schätze schliefen,
wohl dem, der Sammeln lernte.

Und jetzt - ist's auf einmal so weit,
dem Ruhestand entgegen,
regt sich der Jugend schöne Zeit,
auch Enkel sind ein Segen ...

Geschichte lebt in Lobberich,
die Fans der Rokal Bahn,
sie haben Träume, schmieden Pläne
nach mehr als 40 Jahrn.

Erinnerungen werden wach,
in diesen Weihnachtstagen,
bei allen Menschen, mannigfach,
"Frohes Fest" möcht' ich nun sagen.

Werner Tack, Lobberich


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