Die Geschichte
der ROKAL-TT Modelleisenbahn

von Manfred Albersmann


Der Niedergang der ROKAL -Bahn


ROKAL stellte zwar einige schöne Modelle her, trotzdem arbeitete die Zeit in Westdeutschland gegen die Firma: Neben dem schon genannten Autorennbahn-Boom bekam ROKAL immer mehr die Konkurrenz der N-Bahnen zu spüren. Die ersten Modelle dieser noch kleineren Spur (1:160) sahen zwar etwas grobschlächtig aus, jedenfalls hielten sie keinem Vergleich mit den ROKAL-TT-Fahrzeugen oder gar der Nenngröße H0 stand. Aber dies änderte sich bald und noch ab Mitte der 60iger Jahre erreichten die N-Modelle ein beachtliches Detaillierungsniveau.

Die Spur N und die Mode der Autorennbahnen waren - wie bereits gesagt - nicht zuletzt dafür verantwortlich, daß ab 1967 erste Absatzschwierigkeiten auftraten. Darüber hinaus traf die Rezession in Deutschland im Jahre 1967 auch die Automobilindustrie und wirkte sich zwangsläufig auch stark bei ROKAL aus. Schließlich war ROKAL Mitte der sechziger Jahre zu einem der wichtigsten Zuliefer-betriebe für die Automobil-Industrie avanciert. So kamen von ROKAL Zierleisten und Vergaser, insbe-sondere die SOLEX-Vergaser waren weltbekannt und stellten die wichtigsten Einnahmequellen dar. Die Kapitaldecke war dünn und erstmals war bei ROKAL Kurzarbeit angesagt. Die Fertigung der Modellbahn lief zwar weiter, aber Robert Kahrmann stellte 1967 die Konstruktion und Entwicklung aus finanziellen Gründen ein, da die Realisierung Konstruktion und Entwicklung enorme Kosten (Formen, Werkzeuge) verursachte. Zur Rezession von 1967 und der aufkommenden Konkurrenz der Spur N von Arnold sowie der bereits genannten Autorennbahnen kamen innerbetriebliche Verluste des Armaturenbereichs und ein nicht unerheblicher Rückgang der Stückzahlen im Vergaserbau mit entsprechenden Umsatz-/Ertragseinbußen hinzu. Die Modellbahn konnte die Entwicklungskosten kurzfristig bei geringer werdendem Umsatz nicht ausgleichen. Erste Verkaufsbemühungen standen an.

Die Wirtschaftlichkeit des Produktionszweiges Modellbahn ließ bei ROKAL - so Insider - immer zu wünschen übrig, jedenfalls konnte sie sich mit den Zuwachsraten der Autozulieferer nie messen. Darüber hinaus konnte Ende der 60iger Jahre niemand übersehen, dass die ROKAL-TT-Bahn gegenüber anderen Angeboten ständig an Bedeutung verlor. Schon Mitte der sechziger Jahre war sie vielfach nicht mehr als vollwertige Modellbahn anerkannt. Von einer Maßstäblichkeit der Fahrzeuge konnte keine Rede sein. Die Fahrgestelle der Wagen - vor allem der Güterwagen - sahen zu einfach aus. Die ROKAL-Kupplungen waren extrem groß. Die Radsätze hatten nach wie vor überdimensionale Spurkränze, damit konnten ROKAL-Fahrzeuge grundsätzlich nicht auf normgerechte Gleisanlagen fahren. Alle vierachsigen Personenwagen waren sehr verkürzt, auch die neuen Personenwagen von 1966, obwohl sie insgesamt den Trend zum echten Modell andeuteten. Die Detaillierung vieler Reisezug- und Güterwagen erschien verbesserungsbedürftig. Die Lokomotiven hätten zumindest den Maßstab von 1:120 angenähert werden müssen, so wie es zum Beispiel mit der BR 85 und der E 10 gelungen war. Stattdessen erschien 1965 die zwar sehr schöne, aber auch sehr unmaßstäbliche T 3.

Während in H0 die Jagd nach Superdetaillierung begann und N hinsichtlich der Verkaufszahlen ständig aufholte blieb ROKAL eine Modellbahn der fünfziger Jahre. Auch der Preis empfahl ROKAL-Modelle nicht, und dies, obwohl die Firma ihre Artikel im Unterschied zu anderen Modellbahn-Herstellern auch durch Warenhäuser und Installationsbetriebe vertrieb, ROKAL war - wie Vergleiche mit Fleischmann aus den Jahren 1964/65 und 1967/68 aufzeigen, im Verhältnis zur gebotenen Leistung, teuer. Mit dieser Preispolitik musste Rokal nahezu zwangsläufig scheitern. Letztlich reichte es nicht aus, dem Publikum zu demonstrieren, dass mit der Nenngröße TT ein Vorteil beim Raumbedarf verbunden war, den die Kunden aber relativ teuer erkaufen mussten.

ROKAL setzte für sich das Marktgesetz außer Kraft, dass eine Firma auf eine geringer werdende Nachfrage mit Preisanreizen reagieren muss, um ein Produkt wieder attraktiv zu machen. Offenbar war die Firmenleitung von ROKAL der Ansicht, der TT-Bahner werde bereit sein, für seine Bahn jeden Preis zu zahlen. Aber die Marktanteile von TT sanken ständig und zeigten deutlich, wie unhaltbar die Ansicht der ROKALer in Wirklichkeit war (der Marktanteil von TT sank von 3,6 % im Jahre 1956 auf 1,8 % im Jahre 1965, die N-Spur hatte 1965 bereits 5,2 % Marktanteil erobert).

Nun - letztlich wurde die Produktion zurückgefahren und dem Umsatz angepasst. So versuchte Rokal die frei werdenden Kapazitäten in der Modellbahn mit anderen Artikeln auszulasten: von 1966 - 1969 wurden Rundmotore für die Autoventilatoren der Firma Hella in Paderborn gefertigt. In dem kleinen Shed vor der Spritzlackiererei wurde eine Fertigungsstraße für die Bearbeitung der Gehäuse des Braun-Rasierapparates eingerichtet. In der Montage wurden nebenbei Starterdeckel für den Vergaserbau montiert. Außerdem erhielt die Abteilung einen Automaten für die Siebpatrone der Perlatoren für die Armaturenabteilung. So wurde das Personal der Modellbahnfertigung mit weiteren Aufgaben betraut. Entlassungen gab es nicht - auch später nicht. Führung und Personal waren in dem großen Betrieb immer einsetzbar.

Spät, vielleicht fast zu spät, brachte ROKAL 1967 ein vollkommen neues Gleis- und Weichenmaterial auf den Markt. Aber trotz 2,4 mm hohen Neusilber-Vollprofilen und schönem Schwellenband blieb für die Fachleute auf dem Gebiet des Modellbahnwesens ein Rest Unzufriedenheit: Die Weichen stellten zwar gegenüber den bisherigen zweifellos einen Fortschritt dar, doch halten sie einen Vergleich mit den N-Bahn-Fabrikaten, die doch eigentlich die schärfsten Konkurrenten der TT-Bahn waren, in keiner Weise aus. Insbesondere die Antriebsfrage hätte anders gelöst werden müssen. Was in N möglich war, musste erst recht in TT möglich sein: kleine Spulen mit Endabschaltung. Zumindest konnte man darüber geteilter Meinung sein, ob das Umschaltrelais bei den neuen Weichen wichtiger war, als die Endabschaltung, wobei man jedoch in Betracht ziehen musste, dass auf dem gleichen Platz des jetzigen Antriebes außer kleinen Spulen und Endabschaltung auch noch das Relais (und einiges mehr) untergebracht werden musste, und die Spulen ja gerade deswegen so groß waren, weil keine Endabschaltung existierte. Ebenso unschön (so die MIBA von März 1967) die Umschaltdrehkontakte zwischen den Schienen, die in länglicher Ausführung unauffälliger wären. Das einzige große Plus der neuen Weichen: das lückenlose Herzstück, das auch von Loks mit kleinstem Radstand befahren werden konnte, wie auch dank der neuen Konstruktion anderer TT-Fabrikate die ROKAL-Weichen ohne Schwierigkeiten befahren konnten. Die Spalte zwischen den Weichenzungen und den Schienen waren im Zuge dieser Maßnahme zwar etwas arg breit, aber über diesen kleinen Schönheitsfehler konnte man im Hinblick auf die dadurch gegebenen Einsatzmöglichkeiten fremder Fabrikate durchaus hinwegsehen. Die neuen Weichen wurden übrigens nicht mehr mittels Gleichstrom, sondern mittels Wechselstrom gestellt. Die fehlende Endabschaltung der Weichen ließ ein Aufschneiden der Weichen leider nicht mehr zu.

Eine absolut sichere Strom-Übertragung auf die Flügelschienen (die ja gleichzeitig auch als Zungen fungierten) wurde durch Kontaktstreifen erreicht, die von unten gegen die beweglichen Schienenteile drückten.

Die neue Kreuzung mit nur ganz kurzen stromlosen Kunststoffstücken gewährleistete zwar einen einwandfreien Fahrbetrieb, wies jedoch im mittleren Kunststoffstück groß und überdeutlich den erhabenen Schriftzug "ROKAL" auf, was sich inmitten eines höchst natürlich gestalteten Anlagengeländes nicht besonders gut "ausmachte". Übergangsgleisstücke dienten zum Anschluß an die bisherigen Gleise und Weichen. Darüber hinaus gab es eine Trenn- und Ausgleichsgarnitur, die an jeder x-beliebigen Stelle in den Gleisplan eingebaut werden konnte. Der neue Prellbock war so konstruiert, dass die Fahrzeugkupplungen unterhabl der Prell-Pufferbohle durchgleiten konnten. Spezielle Anschlußgleise gab es jetzt nicht mehr, dafür wurden (ähnlich wie bei Fleischmann) federnde Gleis-Anschlussklemmen gelifert, die eine Stromzufuhr an jeder belieben Stelle der Anlage gestatteten. Ebenfalls neu war das Schaltgleis mit Silberkontakten, das die Auslösung von Schaltfunktionen in beiden Richtungen durch die fahrende Lok ermöglichte, wie beispielsweise das Stellen von Weichen oder Relaisbetätigung.

Alle Formen der Gleise, Weichen und Kreuzungen wurden von der Fa. Fischbach in Ründeroth im Aggertal hergestellt. Diese Firma spritzte auch das gesamte Sortiment. Das Neusilberprofil wurde in Ringen angeliefert, auf einem Pneumatikautomaten gerichtet, evtl. gebogen und abgeschnitten. Diesen Automaten entwickelte Ludwig Heyn neben Hans Blauen (Nachfolger von Paul Schönfeld).

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Erstmals neu im Oberleitungssortiment waren der Turmmast und die Trenngarnitur.

Neue Fahrzeugmodelle aus wurden in diesem Jahr nicht vorgestellt, was sicherlich bei einigen Händlern zu Unsicherheiten führte. Was war denn bei ROKAL los?? Diese Frage geisterte unter den Fachbesuchern der Messe herum.

Da für das Jahr 1967 keine Neuheiten aus der eigenen Fertigung kamen (letztlich fehlten hierzu die dringend notwendigen finanziellen Mittel), wurden Überlegungen angestellt, die darauf ausliefen mit der in der damaligen DDR ansässigen Fa. Zeuke & Wegwerth (Ostberlin) Gespräche zu führen, um einige Güterwagen ohne Radsätze und Kupplungen zu erwerben. Erste Kontakte wurden auf der Messe in Nürnberg im Frühjahr 1967 geknüpft. Von einer Kooperation oder gar Koproduktion war von beiden Seiten keine Rede. Schließlich fuhren Hans Rameckers und Heinz Thieme im April 1968 nach Ostberlin. Ein paar ansprechende Modelle wurden ausgesucht (Silowagen, Klappdeckelwagen, Weinfasswagen, Großraumgüterwagen, Großraumkühl-wagen sowie ein Personenzug-Gepäckwagen und ein Personenwagen), über Preise und Lieferung wurde man sich schnell einig. Über eine weiterführende Geschäftsverbindung wurde nicht gesprochen. Eine besondere Erwähnung im Katalog war nicht erforderlich. ROKAL bekam das rollende Material und die Gegenseite erhielt Devisen. Die Verhandlungen mit Besichtung des Werkes dauerten ca. 4 Stunden und verliefen in einer sehr angenehmen Atmosphäre.

Dann kam das Jahr 1968 - eigentlich hätte man meinen müssen, dass die Modellbahnindustrie durch die Mehrwertsteuer geschaffenen noch etwas unsicheren Wirtschaftsverhältnisse allgemein etwas kürzer treten würde und dafür etwas mehr Wert auf einige gute Neuheiten legen würde. Genau das Gegenteil war der Fall: das Neuheitenangebot bei der Nürnberger Messe war übergroß und zeugte eigentlich von einem sehr starken Optimismus. Schließlich hatten seit der letzten Messe im Frühjahr 1967 einige Betriebe die konjunkturelle Talfahrt nicht überstanden oder die schlechteren wirtschaftlichen Verhältnisse wirkten sich letztlich als "Todesstoss" aus.

Heute erscheint es wie ein "Aufbäumen" seitens der ROKALer. Der Folgekatalog 20/D kam mit einer beachtlichen Anzahl von Neuheiten heraus. Dass dieser Katalog der letzte ROKAL-Katalog sein würde, daran hat sicher damals kein Rokal-TT-Freund gedacht. Jedes Jahr kamen neue TT-Modelle heraus und dokumentierten damit nach außen eine stetige Aufwärtsentwicklung. Nur interne Kenner wussten über die Schwierigkeiten im Betrieb der Firma ROKAL. Und noch eins erstaunte die Fachleute: Von den früheren Schnellzuwagenmodellen, wie LS-Wagen, TOUROPA-Wagen, Eilzugwagen usw. war im Katalog 20/D nichts mehr zu sehen. Diese waren aus dem Lieferangebot gestrichen worden.

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In einer Ankündigungsanzeige ist zu u.a. zu lesen: Die TT-Spur mißt genau 12 mm. Das ist genau die Spurweite, die bei einem Minimum an Raumanspruch ein Maximum an Vorbildtreue gestattet. Verglich man dann die Modell der 9-mm-N-Spur, konnte der Modellbahner schon ins Grübeln kommen. Letztlich hatten sich auch die Zubehörfirmen wie Faller, Noch, Busch oder Kibri hervorragend auf die Spur N eingestellt und das Angebot war jetzt bereits größer als für die TT-Spur.

Für die TT-Freunde war es dennoch toll - schließlich hatten Sie nun ab Frühjahr 1968 - dank ROKAL - eine E 03 nebst den bekannten zweifarbigen TEE-Wagen (allerdings ohne Aussichtswagen). Das Wagenuntergestell und die Drehgestell-Blenden waren fein detailliert und die Beschriftung war sauber. Die LüP (Länge über Puffer) betrug zwar "nur" 17,3 cm und erreichte also - trotz der 27,5 m-Vorbilder - noch nicht einmal die Länge der 1966 erschienenen Modelle der 26,4 m-D-Zugwagen.

Die E 03 war dagegen so gut wie maßstäblich lang, jedoch ein wenig zu hoch (was wohl auf den ROKAL-Einheitsmotor zurückzuführen war). Ansonsten war die Lok sehr ansprechend und detailliert ausgeführt. Fachleute bemängelten die Schlitze zwischen Gehäuse und ausschwenkender Pufferbohle und der seitlich an der Dachunterkante herausragende Umschalthebel für Unter- oder Oberleitungsbetrieb, was man als antiquiert bezeichnete. Das gleiche meinte man von den schwarzen Schrauben zur Bleigewichtsbefestigung in den roten Seitenwänden des Modells, die mit etwas gutem Willen wohl auch vermeidbar gewesen wären (oder wenigstens rot überspritzt werden sollen).

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Elektrische Schnellfahrlok E 03 (01045)

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Ein schöner Zug, der ROKAL-TEE - übrigens ein äußerst beliebtes Sammlerobjekt

Ebenfalls 17,3 cm lang und aufgrund des kürzeren Vorbildes also wesentlich maßstäblicher ist die Nachbildung des Schweizer Leichtbauwagens der Serie A 4, die in Ausführung und Farbgebung sehr ansprechend war und der ebenfalls auf der Messe vorgestellt wurde.

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Schweizer Leichtbauwagen der Serie A 4 (01262)

Trotz anderslautender Gerüchte war ROKAL doch auf der 1969er Nürnberger Messe vertreten. (übrigens war auf dieser Messe erstmals die Firma RÖWA, Unterensingen mit H0-Fahrzeugen vertreten) und hatte ihren Messestand in der Nähe des ROKAL-Messestandes (sind hier vielleicht die ersten Verkaufskontakte zustandegekommen?)

Jetzt wurden die Fahrzeuge vorgestellt, die ROKAL bereits im Jahre 1968 von der Fa. Zeuke & Wegwerth, Ost-Berlin gekauft wurden und mit ROKAL-Kupplungen versehen waren:

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Großraum-Kühlwagen (500318)

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Großraum-Güterwagen (500319)

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Silowagen (500270)

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Klapdeckelwagen (500271)

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Weinfaßwagen (500272)

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Packwagen (5001285)

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2.Klasse-Einheits- Personenwagen (5001286)

Alle Wagen waren sehr gut detailliert und man konnte der Fa. Zeuke & Wegwerth nur ein Kompliment machen. Das ebenfalls von Zeuke übernommene Brückensortiment (Bogenträgerbrücke für gerades Gleis, Blechträgerbrücke für gerades Gleis, Blechträgerbrücke für gebogenens Gleis, Kastenbrücke, Brückenpfeiler) war jedoch bis auf die graue Kastenbrücke nur als Bausatz zu erhalten.

Trotz dieser "Anfangserfolge" wurde diese Zusammenarbeit vom Generaldirektor des Kombinats Spielwaren der DDR beendet. Da die recht maßstablichen Zeuke-Modelle nicht so recht zur ROKAL-Bahnn paßten, wäre dieser Zusammenarbeit sicherlich ohnehin keine lange Dauer beschieden gewesen.

Bei der XXI. Internationalen Spielwaren-Fachmesse in Nürnberg gab es wohl eine ganze Menge Neuheiten, aber an irgendwelchen "Sensationen" mangelte es; es sei denn, das Verschwinden der ROKAL-TT-Bahn von der Messe würde man als Sensation betrachtet haben. Die Fachwelt war der Meinung, dass die ROKAL-Bahn nun endgültig von der N-Bahn "besiegt" worden sei, obwohl deren Siegeslauf auf ein normales "Marschtempo" ermäßigt zu sein schien.

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Ausschnitt aus einer Heimanlage in Lobberich (1970)

Nun ja, ROKAL war auf der 70iger Messe nicht vertreten. Kein Wunder, daß den Gerüchten Tür und Tor offenstand, zumal tatsächlich Verkaufsverhandlungen geführt worden waren. Durch ein Rundschreiben und diversen Anzeigen in Fachzeitschriften informierte ROKAL im Führjahr 1970 inzwischen Presse und Fachhandel, daß die ROKAL-TT-Bahn nicht verkauft ist, sondern weiterfährt und wieter ausgeliefert wird! In Anbetracht der Tatsachen wohl eher ein "Verzweiflungsschreiben" nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung".

Sehr geehrter Geschäftsfreund!

Bestimmt haben auch Sie davon gehört, daß ROKAL die ROKAL TT verkauft hat, daß die ROKAL TT nicht mehr fährt usw. usw. …………
Dazu möchten wir Stellung nehmen. Richtig ist:
Wir haben Verkaufsverhandlungen geführt (darum auch unser Fernbleiben von der Messe).
Wir haben diese Verkaufsverhandlungen wieder abgebrochen. Darum wollen wir eindeutig klarstellen: Die ROKAL TT ist nicht verkauft. Die ROKAL TT fährt weiter. Weiter auf TT/12-mm Spur. Weiter als die kleinste mit der größten Vorbildtreue. Weiter mit dem großen vorbildtreuen Zubehörprogramm, Die ROKAL TT fährt weiter, weiter, weiter …..

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Ende 1970 wurden die Produktionslagerhallen der Modellbahn für neue Fertigungsstraßen des Vergaserbaues benötigt. Der neue technische Direktor (Paul Schönfeld war 1968 verstorben) Dipl. Ing. Jürgen Bennewitz veranlasste die Ausgliederung der Lager A und E, Reparaturen, Versand und Montage zu einer Zweigstelle der Firma an der Breyeller Straße in Lobberich. Dort wurde alles funktionsfähig aufgebaut und installiert.

Im März 1970 fror die Deutsche Bank als Hauptkreditgeber der Firma ROKAL aufgrund der kritischen Liquiditätsenge die Kreditlinie ein und verlangte eine sukzessive Rückführung. Dies veranlasste Robert Kahrmann zu Umdispositionen. Jürgen Bennewitz (1971 wieder ausgeschieden) und Hans Kamp wurden zu Geschäftsführern bestellt. Innerhalb der einzelnen Abteilungen erwies sich in den Jahren 1969 und 1970 der Armaturenbereich als großer Verlustträger, so dass man diesen Bereich 1971 aus der Gesellschaft ausgliederte unter Gründung einer neuen ROKAL Armaturen GmbH, deren Anteile an eine französische Interessengruppe unter Beteiligung der Keramag veräußert wurden. Die Firma ROKAL GmbH behielt von dieser neuen Firma 49% Geschäftsanteile. Der Erlös aus der Veräußerung wurde vornehmlich von der Deutschen Bank zur Rückführung der Kredite einbehalten, so dass eine Liquiditätsverbesserung nicht eintrat.

Als nächstes wurde die Modellbahn, die wie bereits geschrieben ebenfalls Verluste aufwies, nach langen, schwierigen Verhandlungen an die RÖWA Modelleisenbahnen GmbH in Unterensingen am Neckar veräußert.

Warum die Firma RÖWA?? RÖWA hatte sei vielen Jahren für die Firma TRIX eine ganze Reihe von Wagenmodellen in einer Superausführung entwickelt und gefertigt. Aber Lokomotivmodelle trugen die Handschrift von Röwa und wurden dort hergestellt. Der Alleinverkauf lag immer bei TRIX und Röwa selbst blieb immer im Hintergrund. Im Jahre 1968 entschloss man sich bei Röwa, einen eigenen Vertrieb aufzubauen und die Waren selber zu verkaufen. Erstmals im Jahre 1970 war man dann (wie bereits beschrieben) in der Lage, auf der Messe in Nürnberg aufzutreten und "an den Markt" zu gehen.

Es stellte sich für ROKAL jedoch ein Problem: Die Firma war zwar durchaus in der Lage, das Erbe der ROKAL-TT-Modellbahn anzutreten, aber sie hatte kein entsprechendes Kapital zur Verfügung. Letztlich erfolgte die Einbringung der der gesamten Produktion (maschinelle Einrichtung und Vorrichtungen, Warenbestände einschließlich know how) gegen Gewährung von Gesellschaftsrech-ten (66 2/3 %ige Beteiligung) an der Firma RÖWA Modelleisenbahnen GmbH in Höhe von 50 %. Die Rokal GmbH stellte zur Liquiditätsverbesserung der RÖWA sukzessive in den Jahren 1971 und 1972 weitere Barmittel bis zu einer Gesamthöhe von ca. 1,2 Mio DM darlehensweise zur Verfügung; dennoch verschlechterte sich die finanzielle Situation bei der Firma RÖWA weiter. Damit wurde der Firma ROKAL in den Jahren 1971 und 1972 ca. 1,5 Mio DM liquide Mittel entzogen, was letztlich zum endgültigen Konkurs der ROKAL GmbH im Jahre 1974 beitrug. In einer gemeinsamen Kundeninformation wurde die Übernahme dem Fachhandel und der Öffentlichkeit bekanntgegeben:

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Willi Ade unterzeichnete nachstehende Kundeninformation der Firma Röwa Modellbahnen GmbH:

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Im Gegensatz zu den schriftlichen Versprechungen in der vorstehenden Übernahmeinformation an den Handel und im Katalog von 1972/73 ("Die Freunde der TT-Bahn können darüberhinaus sicher sein, daß "Ihre" Bahn nicht nur laufend aufgebaut und erweitert wird, sondern daß RÖWA auch besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der bisherigen Modelle in bezug auf Detaillierung, technischer Feinheiten und Vorbildtreue richten wird") begann bei RÖWA das große "Aussortieren", wie der RÖWA Katalog von 1972/73 beweist.

Darin beginnt das TT-Bahnangebot ab Seite 55, mit den Triebfahrzeugen V 60, SNCB BR 260 und den Neuentwicklungen DB V212 und DB V216, allerdings nur als Ankündigungen. Die schon seit langem in der Fertigung stehende V 60 war interessanterweise auch nicht lieferbar. Mit "sofort lieferbar" deklariert waren die Katalogabbildungen der Dampflokmodelle BR 89.7-T3, BR 85 und BR 24. Die Schnellzugdampflok BR 03 trug den Vermerk: "vorläufig nicht lieferbar". Sofort lieferbar waren laut Katalog damals TEE-E-Lok E 03 und die SBB Ellok Ae 6/6. Alle anderen elektrischen Lokmodelle waren nicht mehr im Katalog enthalten.

Auf Seite 59 wurden groß herausgestellt: die Container-Tragwagen DB, Mehrzwecktragwagen, gedeckte Güterwagen, SBBK4, Gms54, Gmmehs56 und Pwghs54. Erfreulicherweise sind eine Anzahl der Containerwagen Lbs598 ausgeliefert worden, die mittlerweile zu begehrten Sammlerobjekten herangereift sind.

Auf Seite 60 sind die 68er Güterwagenneuheiten (von ZEUKE) verzeichnet mit dem Zusatz: "Lieferung solange der Vorrat reicht". Das gleiche traf auch auf alle Nebenbahnpersonenwagen zu, außer den beiden Oldtimer-Personenzugwagen CiPr05a und PwiPr99, die auf der Seite 61 abgebildet waren. Alles andere aus dem ehemaligen ROKAL-Programm gab es laut RÖWA-Katalog 1972/73 nicht mehr.

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Die alten ROKAL-Weichen gab es auch nicht mehr, dafür wurden neue Ausführungen mit echten Herzstücken und Zungenschienen angekündigt, dies betraf auch Kreuzungen, Kontaktgleis und Entkupplungsgleis. Zur Auslieferung in neuer RÖWA-Verpackung kamen gerade und gebogene Gleise. Die Vollprofilschienen hatten eine andere Metall-Legierung (vermutlich ohne Messing) und die Schwellenroste hatten eine schwarze Färbung im Kunststoffmaterial.

Schwellenroste der Röwa-TT-Weichen sind dem TT-Arbeitskreis im Jahre 1980 von BEMO zur Lieferung angeboten worden, als Überlegungen angestellt wurden, TT-Weichen fertigen zu lassen. Dieses Vorhaben scheiterte leider an den zu hohen Kosten. Denn sicherlich konnten für eine Übergangszeit zahlreiche Modelle und Artikel weiter produziert werden. Die Maschinen und Formen dazu waren in RÖWA-Besitz. Dieses Programm nach und nach auf den aktuellen Stand zu bringen und auf präzisen Röwa-Maßstab zu entwickeln wäre der vernünftigste Weg gewesen.

Mit der Auslieferung der Container-Tragwagen verbreitete sich ein allgemeiner Optimismus unter den TT-Freunden und hoffnungsfroh haben alle an ein Weiterleben der TT-Bahn geglaubt.

Dieser Glaube erführ dann in 1974 ein jähes Ende: Die Firma ROKAL GmbH meldete am Altweiber-Donnerstag 1974 Konkurs an. Was waren die Ursachen? Im Bericht des Konkursverwalters an die Gläubigerversammlung ist zu lesen:

Die Gesellschaft war unterkapitalisiert, wenngleich auf verschiedenartigen Wegen versucht wurde, zu einer Sanierung zu kommen. Als Oberbegriff der Sanierungsverhandlungen war der Versuch zu werten, Beteiligungsverhandlungen mit Interessentengruppen zu einem positiven Ergebnis zu führen. In zwei Fällen sind derartige Gespräche bis fast zum fertigen Vertragsentwurf geführt worden. Eine dieser Verhandlungen scheiterte an der Abwertung des Dollars gegenüber der DM; im zweiten Fall zerschlugen sich die Verhandlungen durch das Eintreten der Energiekrise im November 1973. In den letzten zwei wurde mit über 20 Interessenten diesbezüglich verhandelt. Die Gesellschaft hat sich des weiteren um die Gewährung einer Landesbürgschaft in Höhe von 6 Mio DM bemüht unter Federführung der Bfg (Bank für Gemeinwirtschaft). Durch Schreiben des Finanzministers NRW vom 13.9.1973 wurde der Antrag zunächst abschlägig beschieden mit dem Hinweis, daß vorab die Beteiligungsbemühungen zu Ende geführt werden sollten. Als dies im November 1973 endgültig scheiterte, stimmte der Finanzminister Anfang Dezember 1973 einer neuen Aufnahme des Antrages im Bürgschaftsausschuß zu. Mitte Dezember 1973 erschien in deutschen Zeitungen Vermerke des Inhaltes, daß die Bürgschaftsverhandlungen der Rokal GmbH angeblich gescheitert seien. Tatsächlich zogen sich jedoch die Verhandlungen mit dem Land weiter bis zum 13. Februar 1974 hin. An diesem Tag erkärte der zuständige Ausschuss des Landes gegenüber der Geschäftsleitung, daß nunmehr endgültig ablehnend entschieden sei. Einer der wesentlichen Gründe dürfte gewesen sein, daß die Kapitaldienstgarantie einen potenten Unternehmens bzw. einer Unternehmensgruppe gem. Auflage der Treuarbeit nicht beigebracht werden konnte. Es folgten automatisch am selben Tag Kredikündi-gungen von Banken. Damit waren der Rokal GmbH die Konten blockiert. In den letzten Tagen hatte die Rokal GmbH noch mit der Fa. Draftex GmbH Verhandlungen zwecks Gesamtübernahme geführt. Am 13. Februar 1974 erklärte aber auch diese Firma, daß sie nicht bereit sei, ohne ein sicherndes Insolvenzverfahren an der Übernahme in der Form der Fortführung zu denken. Am Tage darauf, nämlich am 13. Februar 1974 stellte die Rokal GmbH dann Antrag Eröffnung des Konkursverfahrens.

Auf der Nürnberger Messe im Frühjahr 1975 ahnte man es noch nicht, aber bereits am 1. April 1975 eröffnete der Konkursverwalter das Vergleichsverfahren über Röwa. Warum? Nun, Hauptanteilseigner der RÖWA war die Firma ROKAL. Der Konkursverwalter forderte 1,8 Mio DM Beteiligungsforderung von RÖWA zurück. Da RÖWA diese Summe nicht aufbringen konnte, ging RÖWA selbst in Konkurs.

Das diese Nachricht viele Modellbahner erschreckte, war verständlich, hatte sich Röwa doch im Laufe des letzten Jahrzehnts einen festen Platz im deutschen wie internationalen Modellbahnwesens gesichert, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher richtungsweisender Neuentwicklungen (Schnellzuwagen im Längenmaßstab 1:100, die alten preußischen Waren nebst T 3 oder die Kurzkupplungen). Willi Ade, Hauptgesellschafter und eigentlicher Konstrukteur der Firma Röwa sollte sich jedoch ein "Silberstreif am Horizont" abzeigen. Nachdem sich die äußerst wichtigen Schutz- und Patentrechte für die Röwa-Erzeugnisse im Besitz eines Familienmitgliedes befänden, versuchte Willy Ade bereits im September 1975 mit einer neuen Firma an den Markt zu gehen.

Für die meisten TT-Bahner war das dennoch unfassbar. Hochverärgert stieg nun eine große Anzahl auf andere Nenngrößen um. Vorwiegend auf die Spur N, wo das Angebot inzwischen gut ausgebaut zur Verfügung stand, weil auch alle HO-Hersteller diese Baugröße zwischenzeitlich zusätzlich in die Fertigung aufgenommen hatten.

Hiervon bekam der Fabrikant der ersten TT-Modelleisenbahn in Deutschland, Robert Kahrmann, nichts mehr mit. Er verstarb am 27. April 1972.

Im Oktober 1975 machte ein Privatmann aus Kaiserslautern von sich reden. Hans Heinrich Christmann hatte sich die Mühe gemacht, und aus Branchenverzeichnissen systematisch alle in Frage kommenden ROKAL-Händler herausgesucht, die eventuell noch ROKAL-TT-Material auf Lager haben könnten. Diese schrieb er an und versuchte, die Restbestände zu erwerben, um diese dann zu lagern und den ROKAL-Interessierten zukünftig anbieten zu können. Alle ROKAL-Interessierten wurden dann von ihm in einer Kartei erfasst. Vierteljährlich erschien nun - leider jedoch auch nur bis Mitte 1976, dann musste Christmann seine Bemühungen aus gesundheitlichen Gründen einstellen - eine Bestandsliste, die den "Eingetragenen" mit der Möglichkeit der Bestellung zugesandt wurde. Die Verkaufspreise lagen um etwa 10 % höher als sie im letzten ROKAL-Katalog ausgewiesen waren.

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Ausschnitt aus einer ROKAL-TT-Anlage von Franz Kaupsch aus dem Jahre 1976

Die inzwischen fünf Jahre andauernde Ungewissheit über die BRD-TT-Bahnsituation war mit diesem Röwa-Konkurs nun endgültig beantwortet - oder?

Vielleicht wäre es richtiger gewesen zu sagen: "Das Ziel, die TT-Produktion in der BRD zu vernichten, ist erreicht!!"

Es bedarf nicht viel Phantasie, sich die Spekulationen hinter den Kulissen des Modellbahnmarktes auszumalen. So völlig unbeteiligt, wie man sich nach außen hin gab, war die Branche sicherlich nicht. Denn eine Rèsistance gegen die TT-Spur ist in der Branche bis zum heutigen Tag erkennbar geblieben. Darauf deuten unzählige, oft nebensächlich erscheinende, Verhaltensweisen. Sehr zurückhaltend zeigt sich auch der Fachjournalismus. Kein Artikel, der sich tief greifend mit dem Schicksal der Nenngröße TT auseinander zu setzen versuchte, gelangte in die Öffentlichkeit, während man in alle anderen Dinge voll hineinstieß und darüber engagiert berichtete.

Auch wird es interessant, wenn man die Röwa-Konkursabwicklung verfolgt:

Einige ehemalige ROKAL-Kundendienstfirmen bemühten sich um die TT-Konkursmasse. Hauptsächlich waren sie an den Formen und Werkzeugen für die Triebfahrzeugproduktion interessiert; denn diese Teile waren für die Existenzfähigkeit einer Modelleisenbahnfertigung von existenzieller Bedeutung. Franz Kaupsch (Bad Marienberg), Autor des in einigen Passagen zitierten Buches "Kleine Modelleisenbahn TT" Geschichte und Gegenwart der 12 mm -Spurweite erschienen im Handbuch für Modellbahn-Sammler der MIKADO-Redaktion "Modellbahnen" von 1984, hat - so seine Feststellungen - von der Konkursverwaltung über den Verbleib dieser TT-Fertigungsteile nichts in Erfahrung bringen können. Alles andere, so Kaupsch, wie Halbfertigwaren, Gleise und auch Fertigmodelle waren verfügbar, sind auch, soweit es die Finanzen der Interessenten zuließ, gekauft worden und entgingen damit einer Vernichtung. So soll einer der Interessenten das Verhalten der Konkursverwaltung als "Ausweichmanöver" bezeichnet haben. Um noch einiges zu retten, verfolgte dieser die mit Teilen aus der Konkursmasse beladenen LKW. Diese transportierten ihre Fracht bis nach Österreich hinein, wo sie dann als Schrott bei Metallgießereien abgeladen wurden. Alle TT-Produktionsmittel waren vorher unbrauchbar gemacht worden. Nicht nur Franz Kaupsch wunderte sich über diese Art und Handlungsweise der Konkursabwicklung. Üblicherweise dürfte dem Konkursverwalter die Pflicht obliegen, möglichst gewinnbringend die vorhandene Masse "an den Mann zu bringen", um eventuell bestehende Verbindlichkeiten regulieren zu können.

Nun könnte man einwenden, der Verkauf der H0-Bahnteile könnte so viel eingebracht haben, dass alles andere als Schrott verkauft werden konnte. Aber warum gehörten zu diesem Schrott die TT-Bahn-Fertigungsteile? Verschiedene Quellen behaupten, Formen, Zeichnungen und Werkzeuge der schönsten ROKAL-Lokomotiven seien im Besitz der Firma ROCO in Salzburg. Das Gleissystem ist an die Firma Conrad und das Oldtimer-Sortiment (preußische Wagen und die preußische T 3) an die Firma Merker und Fischer in Fürstenfeldbruck gegangen (M & F. konnten bereits im Juli das preußische Sortiment in div. Anzeigen anbieten). Dies könnte stimmen, weiß man doch heute, dass ROCO einen Großteil der ehemaligen Röwa-H-0-Modelle in das Liefersortiment eingegliedert hatte.

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Anzeige in Miniaturbahnen August 1975

Was nach wie vor ungeklärt ist, ist die Frage: Hat ROCO das alles aus der RÖWA-Konkursmasse aufgekauft oder mit der Übernahme dieser Produktionsmittel an RÖWA gewährte Finanzhilfen ausgeglichen? Hatte ROCO vielleicht damals die Absicht, eine TT-Bahn ins Sortiment aufzunehmen? Es könnte auch sein, dass statt der Kooperation ROKAL - ROCO, die Zusammenarbeit ROKAL - ZEUKE & WEGWERTH günstiger schien? Ebenso könnte man vermuten, dass ROKAL 1970 die TT-Bahn-Fertigung ROCO angeboten hatte, die das Angebot aber ablehnte und dafür dann später bei RÖWA einsprang? Auch hiervon war bei den "alten Rokalern" nichts in Erfahrung zu bringen.

Der eigentliche Hintergrund wird wohl immer verborgen bleiben. Es bleiben eine Menge Fragen offen und viele aufgeworfene Meinungen sind wohl eher subjektiv zu betrachten, bestenfalls logische Schlussfolgerungen, die niemand zu teilen braucht.

Fakt ist, damit stimmt der Rezensent mit Franz Kaupsch und vielen ROKAL-TT-Freunden überein, dass es seit 1974 keinen TT-Hersteller in Deutschland in der Größenordnung gibt, wie ROKAL es gewesen ist.

Auf jeden Fall ist die ROKAL-TT-Modelleisenbahn nicht vergessen. Viele Freunde der TT-Spur haben heute noch - oder wieder - eine Anlage aufgebaut, oder zumindest viele der selten gewordenen Stücke in einer Vitrine stehen.

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Vitrine (Manfred Albersmann)

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Vitrinenausschnitt (Manfred Albersmann)

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Vitrinenausschnitt (Manfred Albersmann)

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Vitrinenausschnitt (Manfred Albersmann)

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Vitrinenausschnitt (Manfred Albersmann)


Manfred Albersmann / Dezember 2004


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Inhalt  und Bezugsquellen "Geschichte der ROKAL-Modelleisenbahn"

Übersicht Rokal TT


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