Wie das Fienchen
an einen Mann kam

Unter den Betern vor dem Antoniusaltar sah man häufig Fienchen, eine brave Jungfrau von der Kempener Straße. Ihr fehlte eigendlich nur ein Mann, und da sie mit dreißig Jahren befürchtete, übergangen worden zu sein, trug sie Ihr großes Anliegen fast täglich dem hl. Antonius vor. (...) Als der Küster über die Pfeilertreppe zur Kanzel kommt, um hier ein frisches Tuch aufzulegen, hört er unter sich eine ziemlich laute Flüsterstimme,die den Heiligen mit bewegten Worten anfleht, ihr doch zu einem Mann zu verhelfen. Der Küster erkennt in der einsamen Beterin das ihm wohlbekannte Fienchen und da sie allein in der Kirche sind und er ein Schalk ist, sagt er dem Mädchen mit verstellter Stimme Erhörung zu. Glückhaft leuchten Fienchens Augen zu dem Heiligen empor und dann hört sie die geheimnisvolle Stimme weiter: "Ich habe jedoch im Augenblick nur einen, der hat rote Haare und stammeln tut er auch ein bißchen". "Heiliger Antonius, nur her damit", ruft Fienchen begeistert, "Heiliger Antonius, nur her damit!" Dann eilt sie mit frohen Schritten aus der Kirche.

Wie es weiterging? Nicht lange danach hat Fienchen geheiratet und einen guten Mann bekommen. Mein Vater hat sie noch gekannt, wie er sagte, das heißt, er knibbelte mit den Augen dabei und das hatte seine Bedeutung. (Autor unbekannt)


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