Prumme

Pflaumen


Prumme

Datt jeeht sich heij net ömm Plöckes die Pruume...

Datt mott sujett nejentenhonhertvieventwentich gewess si-en.

Schmetz Triena haat enne jruete Prummeboom un do ko-am jeddes Joar döchtich jett dropp. Maar die Borschte ut-te Nobberschaff die kreje ohne dat dat Triena jett dodraan du-en kuut jeddes Joar örren Deel dorvan aaf.

Se klömmeten övver denn Tuun un dann en den Boom erop un o-ate sovvöll Prumme, wi se wulle.

Dat Schmetz Triena wull se sich waal allenz jriepe, ävvel die Borschte wo-are te vlott.

Maar ennz, wi-er sonn dre-i af vai-er en dem Boom soate, du bro-ak ennen Tock aaf.

Et wo-ar nix passiert, die Borschte veelen eronger un leepe dordo-ar un wo-are weck. Ävvel Triena konk denne un zeijet se aan.

Be de Schiedsmann jo-av-et noch enz jru-ete Striet, also no et Jere-it!

Du sätt dä Richter vörr dat Triena:
"Aber liebe Frau Schmitz, warum müssen wir das hier vor Gericht verhandeln?

Die paar Pflaumen, das ist doch eine Kleinigkeit."
Du sätt dat Triena: "Kleinichkeit, Herr Richter? - Herr Richter, datt jeeht sich he-i nett öm Plöckes die Pruume, dat jeht sich öm Kraakes den Tock!"

Wi dat Stöck vörr Jere-it no-u uutjejangen ess, datt wett ni-emes mi-er.
Maar, van denn Daach aan saute se,
wenn-er enne jett vertellet, un sich be Klenichkeeten opheel, un nett oppe Keer van en Saak te kalle ko-am -
dann saute se vörr demm:

"Komm, et jeeht sich he-i net öm Plöckes die Pruume, et jeht sich öm Kraakes den Tock!"

Pflaumen

Hier geht es nicht ums Pflaumenpflücken...

Das muss etwa 1925 gewesen sein

Katharina Schmitz besaß einen großen Pflaumenbaum und der war jedes Jahr voller Pflaumen. Aber die Burschen aus der Nachbarschaft bekamen - ohne das Katharina etwas dagegen tun konnte. - ihren Teil davon ab.

Sie kletterten über den Zaun, dann den Baum hinauf und aßen so viel Pflaumen wie sie mochten.

Schmitz Katharina wollte sie schon mal packen, aber die Burschen waren zu schnell.

Aber einmal, als so drei oder vier Jungen in dem Baum saßen, da brach ein Ast ab.

Es war nichts passiert, die Jungen fielen herunter, liefen weg und waren verschwunden. Aber Katharina kannte sie und zeigte sie an.

Beim Schiedsmann gab es noch einmal großen Streit, also kam die Sache vor Gericht.

Da sagte der Richter zu Katharina:
"Aber liebe Frau Schmitz, warum müssen wir das hier vor Gericht verhandeln?

Die paar Pflaumen, das ist doch eine Kleinigkeit."
Darauf sagte Katharina: "Kleinigkeit, Herr Richter? - Herr Richter, hier geht es nicht ums Pflaumenpflücken, hier geht es um den gebrochenen Ast!"

Wie die Sache vor dem Gericht nun ausgegangen ist, das weiß niemand mehr.
Aber von dem Tag an sagte man - fast als Sprichwort -
wenn einer etwas erzählte und sich bei Kleinigkeiten aufhielt und nicht auf den Kern der Sache zu sprechen kam,
dann sagte man zu ihm:

"Komm, hier geht es nicht ums Pflaumenpflücken, hier geht es um den gebrochenen Ast!"


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