Sprichwörtlich:
"Einen auf die Lampe gießen"
"Die Lampe an haben"


Übersicht

Haben Sie gestern eventuell ordentlich "einen auf die Lampe gegossen?" und dann auf dem Nachhauseweg ordentlich "die Lampe an" gehabt? Sie ahnen es:

Der Begriff ist - ohne eine Gaslaterne vor Augen zu haben - nicht zu verstehen:

Der Hintergrund ist der:

Vor der Umstellung auf Erdgas in den 1960er Jahren wurde sog. Stadtgas oder Leuchtgas verwendet, das vor Ort produziert wurde (In Lobberich seit 1887 durch die Fa. Niedieck, später ab 1923 im Gemeindegaswerk Wevelinghoverstraße. (Das Verwaltungsgebäude beherbergt inzwischen die Bauunternehmung Wenk und Camps).

Dieses Gas ist feucht, in den Steigleitungen kam es im Winter zu Frost und zu zugefrorenen Rohren. Die Laternen gingen - da sie von der Gasversorgung abgeschlossen waren - aus.

Wer jetzt "die Lampe anmachen" musste, tat das mit Spiritus, der in eine eigens dafür vorgesehene Öffnung (Bild) gegossen wurde und das Eis aufgetaut hat.

Spiritus (=Alkohol) wurde damals noch nicht wie heute in "Brennspiritus" und "Trinkspiritus" unterschieden.

Zu Zeiten als das Sprichwort entstand, war der Reparaturspiritus noch nicht (zur Vermeidung von Branntweinsteuer) künstlich ungenießbar gemacht worden .

Was lag also näher als diese "Spirituose" gegen die Kälte auch selbst einzunehmen.

Immer fair nach der Devise: "Einen für die Lampe, einen für mich!"?

Klar, dass dann der, der "einen auf die Lampe" goss, nach getaner Arbeit oft auch selbst "die Lampe an" hatte...


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