Gaslicht in Lobbericher Straßen

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FAQ - Fragen zum Gaslicht

F: Ist denn der Betrieb von Gaslaternen wirtschaftlich bzw. effizient?
Ein Zeitungsartikel geht von Betriebskosten von 414 Euro aus.
A: Effizienz fragt nach Einsatz von Energie im Verhältnis zur Lichtausbeute.
Nach diesen  Kriterien ist die belgische Autobahnbeleuchtung mittels Natriumdampflicht eine "hocheffiziente Beleuchtung". Aber wollen wir solch' gelb-braunes Licht wirklich? LED-Beleuchtung scheint momentan jedenfalls noch nicht konkurrenzfähig, da es um eine relativ neue (noch?) teure Technik geht.

Gaslicht ist auf der Kostenseite schlechter als Natriumdampflicht.
Auf der Nutzenseite stehen neben der Lichtausbeute der Erhalt eines Kulturgutes.
Diesen Erhalt kann auch eine eventuelle LED-Atrappe (die der Gaslichtqualität sehr nahe käme) nicht leisten.

Dann kommt es durch die Reduzierung der Gasbeleuchtung  (und Bevorratung von Ersatzteilen) zu einem Verteuerungseffekt der einzelnen Leuchte. Schon, als noch 28 Laternen vorhanden waren geht ein Zeitungsartikel schon von Betriebskosten von 414 Euro aus.

Zum Vergleich hier die Zahlen für Berlin: 44.000 Gasleuchten verursachten im Jahr 2008 laut Ergebnis des Landeshaushaltsplans Unterhaltungs-, Modernisierungs- und Instandhaltungskosten von 5,66 Millionen €.

Das sind 129 Euro jährlich pro Gasleuchte. (Quelle: ProGaslicht.de).

Irgendwo dazwischen ist sicher die sinnvolle Anzahl von Gasleuchten für Lobberich zu suchen. Da abgebaut wurde, wäre es schon daher sinnvoll, an geeigneter Stelle (z.B. im Zentrum) Gaslicht neu zu installieren.
Schon deshalb, damit die einzelne Gaslaterne nicht unerhört teuer wird.

Auch lässt sich die Technik noch verbessern. In Malvern (BG) wird derzeit eine Ersparnis von über 80% erreicht. Das erklärte Ziel ist es dort, auf gleiches Niveau zu kommen wie bei Natriumdampf"licht".

F: Ist Gaslicht noch zeitgemäß?
Es kann ja kein Zufall sein, dass alle anderen Städte die Laternen längst abgebaut haben.
A: Gaslicht ist nicht in dem Sinne "zeitgemäß", dass es die billigste Methode wäre, Helligkeit zu schaffen.
Aber auch Windmühlen und mechanische Webstühle sind nicht mehr Stand der Technik, Burgen und Schlösser sind kaum zu heizen. Wir erhalten sie dennoch für die Nachwelt, wenn auch nur selten in Betrieb.

Gegenfrage: Sind Kamine, in denen Holz zum Heizen verfeuert wird "zeitgemäß"?

F: Ist der Betrieb von Gaslaternen mit höherem Wartungsaufwand verbunden?
A: Eine Reinigung von Scheiben wäre auch bei Elektroleuchten erforderlich. Es müssen bei Gaslaternen aber zusätzlich Düsen gereinigt und Glühstrümpfe ausgetauscht werden. Aufwand (gemessen in Neuss) 7 Minuten, und das 2x im Jahr. Über die Lebensdauer (hier mit nur 50 Jahren angesetzt) also unter 12 Stunden.
Durch die Hochwertigkeit der bei Gasleuchten verwendeten Materialien haben diese aber eine deutlich längere durchschnittliche Lebensdauer als Elektroleuchten. Fairerweise muss der Arbeitsaufwand beim Austausch der Lampen eingerechnet werden. Zu Überlegen wäre ein Austausch von Ansatzleuchten, die 4m über der Fahrbahn nur mit Hubwagen zu erreichen sind durch Aufsatzleuchten, etwa auf agesägtem Mast, die dann per Leiter erreichbar wären.
F: Muss man die Gasleuchten denn gleich unter Denkmalschutz stellen?
A: Lesen Sie dazu Definitionen von "Denkmalen":

Denkmale werden als historische Sachen (...) definiert, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse besteht.

Ein öffentliches Interesse besteht, wenn die Sachen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse sind und für die Erhaltung und Nutzung künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche oder städtebauliche Gründe vorliegen.
Denkmalbereiche sind Mehrheiten von baulichen Anlagen, (..)  Denkmalbereiche können (...) Straßenzüge (...) sein.

Denkmalschutzgesetz NRW

Kulturdenkmale (...) sind Sachen, (...) an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.

Denkmalschutzgesetz

Der Begriff "Denkmal" beschreibt m.E. unsere Gaslaternen damit recht gut.
Da es aber Denkmalschützer gibt, die lediglich den Erhalt der Hülle befürworten, dann aber bis ins letzte Schräubchen und ohne Rücksicht auf einen Betrieb mit billigen Sparlampen, ist diese Argumentation riskant: Am Ende bliebe womöglich eine Art Disneyland mit Fake Gaslaternen.

 
F: Wäre es sinnvoll, die Leuchten zu erhalten, aber darin Elektrolicht zu installieren?
A: Das wurde in manchem Garten schon gemacht. Die Gaslaternen im öffentlichen Dauereinsatz würde es aber zerstören, da sie ihre Langlebigkeit (ein mehrfaches von Elektroleuchten) auch aus ihrer Bauweise beziehen: Der Mast ist mit Gas gefüllt, was der Korrosion von innen heraus entgegen wirkt, die Laterne selber ist offen um die heißen Abgase abführen zu können. Diese Hitze verdampft eventuelles Kondenswasser.
Elektrizität muss dagegen spritzwassergeschützt (und die Lampen dicht) sein.
Gasmasten (sie haben keinen Wartungszugang) aufzusägen und Stromleitungen hindurchzuführen bedeutet deren Zerstörung.
Man sollte derlei "Frickelei" den Gartenlaternen überlassen, wo sich die Bastler nur selber schädigen können.
 
F: Sollte man aus ökologischen Gründen die Gaslaternen durch elektrisch betriebene Leuchten ersetzen?
A: Sicher klar "Nein".
Wer aus Gemeinschaftskassen und Anwohnerbeiträgen Geld für ökologische Maßnahmen zur Verfügung stellt, muss sich sagen lassen, dass er allein mit  den Zinserträgen des Geldes über den Kauf entsprechender Zertifikate ein Vielfaches an CO2 einsparen könnte.

Zudem: Gaslaternen benötigen zwar mehr Leistung für gleiche Helligkeiten als LED-Leuchten.
Worauf es ankommt, ist wohl der CO2 Ausstoß. Genaue Vergleichszahlen sind aber schwierig: Bei der hochedlen Energieform "Strom" hängt er davon ab, wie dieser erzeugt wurde. Beispiel: Pro KWh erzeugt Gas 200g CO2, Braunkohlestrom aber fast das 6-fache: 1150g. Eine moderne Sparlampe würde also erst bei einem sechstel Energiebedarf mit dem Gaslicht gleich(!)ziehen. Regenerativ erzeugter Strom zum Betrieb wäre natürlich ideal. Ebenso wie Biogas für die Lampen. Hier sind bei Brunen (Flothend) schon Versuche in Planung.
Gaslichtbefürworter setzen sich übrigens nicht für eine Umrüstung der über 5000 Elektroleuchten Nettetals auf Gastechnik ein - Hier kann der verlegte Strom mit LED-Technik effektiver verwendet werden.

Kritisch verfolgen wir, dass es bei der Einführung von LED-Leuchten häufig zunächst den Gaslaternen "an den Kragen" geht. Das kann damit zusammenhängen, dass durch die damit verbundenesog. "Wohnumfeldverbesserung" die Anwohner mit erheblichen Beträgen an den Kosten beteiligt werden können.
(Überflüssig zu erwähnen, dass Anwohner an den Erlösen aus der damit verbundenen Energieeinsparung nicht oder allenfalls über ein paar Ecken beteiligt werden.) Offen die Frage, ob bei einem Umbau von Elektroleuchten auf LED - Technik diese Kostenbeteiligung auch durchzusetzen wäre. Womöglich ist also hier der Umweltschutz gar nicht der Beweggrund.  


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