Gemeindebrief

Dezember 2009 - Januar 2010


"Frauen laden Frauen ein" (Ein Rückblick)

Das Jahr 2009 ist überschaubar geworden, der weitaus größte Teil bereits Vergangenheit, und so möchte ich mir noch einmal in Erinnerung rufen, womit wir uns in diesem Jahr bei " Frauen laden Frauen ein " beschäftigt haben.

Im Januar brachte uns Frau Hormann in sehr einfühlsamer Weise anhand vieler ausdruckstarker Bilder das Leben und Werk der Käthe Kollwitz nahe. Wir erfuhren, dass die Künstlerin versuchte, sich durch ihre Kunst für die Benachteiligten und Leidenden einzusetzen, aufzurütteln und den Blick auf das Elend zu weiten. Sie wurde durch persönliche Lebensumstände zur bedingungslosen Pazifistin und zur Gegnerin des Nationalsozialismus.

Der Februar stand im Zeichen der Vorbereitung für den Weltgebetstag der Frauen, den wir in unserer Kirche feierten. In diesem Jahr ging es um Papua-Neuguinea, worüber uns Frau Aldenkirchs, die dieses Land, seine Menschen und Bräuche kennengelernt hatte, anschaulich informierte.

Weitere Themen waren:

Der Höhepunkt war in diesem Jahr die Fahrt nach Brühl und Bonn am 5. 9. Von Boisheim aus ging es mit der Bahn nach Brühl, von wo aus uns Frau Hormann absolut fach- und ortskundig auf den Spuren von Clemens August, Kurfürst und Erzbischof von Köln, führte.

Wir betrachteten Schloss Augustusburg von außen und erfuhren etwas über Baugeschichte und -stil, seine Bauherren und Nutzung. Das Hauptaugenmerk richteten wir jedoch auf den berühmten Schlosspark und seine Entstehungsgeschichte. Wir überblickten ihn von der sonnenbeschienenen Schlossterrasse und durchwanderten die herrliche Gartenanlage. Durch die verbindende Allee gelangten wir schließlich zum Schloss Falkenlust.

Das kleine Jagdschloss, im Rokoko-Stil erbaut, ist in der Zuordnung der einzelnen Räume zueinander und deren Ausstattung ein Gesamtkunstwerk, das uns mit seinem Charme begeisterte.

Fast wäre es uns gelungen im Hof des ital. Restaurants am Schloss zu Mittag zu essen, aber die ersten Regentropfen trieben uns ins Haus. Dass wir später auf dem Rückweg zum Schloss Augustusburg richtig nass wurden, tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch.

Weiter ging es mit der Bahn nach Bonn, wo uns Frau Hormann zu interessanten Punkten in der Innenstadt führte, unter anderem zur Universität, der ehemaligen Residenz von Clemens August. Auch die barocke Kapelle (" Schlosskirche ") konnten wir kurz besichtigen. Wir betrachteten die weitläufige Hofgartenanlage und ließen von der Schmalseite des Schlosses aus den Blick über die 1 km lange Poppelsdorfer Allee schweifen, bis zum ebenfalls barocken " Poppelsdorfer Schloss " (Schloss Clemensruh).

Gestärkt durch Kaffee und Kuchen auf der Terrasse des Wiener Kaffeehauses an der mittelalterlichen Stadtmauer am Sterntor ging es zurück zum Bahnhof.

Es war ein wunderbarer Tag! Noch einmal ein herzliches Dankeschön an Frau Hormann.

Am 10.11. wird Frau Engelke von ihrer Ägyptenfahrt berichten.

Am 8.12. ist ein gemütliches Beisammensein im Advent geplant. Frau Bayer wird von ihrem Lauf von Elk nach Lobberich erzählen.

Schließen möchte ich mit einer herzlichen Einladung an Frauen jeden Alters:
Wir treffen uns in der Regel am 2. Dienstag im Monat um 19:30 Uhr im Gemeindehaus Lobberich.

Ute Fiebig


Soweit die Füße tragen.........

1350 Kilometer von Elk nach Nettetal 06.08 bis 06.09.2009

Der Start in Elk erfolgte am 06.08.2009 bei herrlichem Wetter unter großem Medieninteresse. Läufer und sogar der Vizepräsident begleiteten uns laufend bis an den Stadtrand. Von nun an waren wir allein auf uns gestellt. Für Übernachtungen war Weitgehends durch die Stadt Elk gesorgt. Trotzdem verlief nicht immer alles glatt, es gab immer wieder Probleme verschiedenster Art, doch die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung war sehr groß, notfalls half uns sogar die Polizei. Das kostete Zeit und Kraft, die uns dann evtl. zum Laufen fehlte. Unsere Betreuerinnen fanden sich nach einiger Zeit gut zurecht, sie wussten, wo und was sie kaufen sollten, um uns am Laufen zu halten.

Die 1.Etappe verlief durch die herrliche "Bucklige Masurische Welt" Diese Landschaft hat uns fasziniert, der weite Himmel, die großen abgeernteten Felder, wo viele Störche und Kraniche ihr Futter suchten. Leider trübten die Straßenverhältnisse diese Euphorie. Es gab keine Radwege, nicht immer Randstreifen, es war sozusagen nicht ungefährlich, hier zu laufen. Schon auf der 3.Etappe stand uns ein Horrortrip bevor, denn von den 53 km war mehr als die Hälfte Baustelle. Die Autos und Baufahrzeuge rasten nur so an uns vorbei. Manchmal half nur, an die Absperrung drücken, Augen zu, Kappe festhalten und abwarten. Das ewige zur Seite hüpfen strapazierte unsere Sprunggelenke sehr. Erfreulicherweise gewöhnt sich der Körper an diese Belastung und von nun an hatten wir keine Probleme mehr. Wir haben keine Blasen und keine Kratzer abbekommen, was schon bemerkenswert ist. Für meinen empfindlichen Magen trank ich jeden Tag Kümmel- oder Fencheltee. Hitze und auch Regen, ich weiß nicht, was schlimmer ist. Wir hatten alles.

Die Tagesetappen waren zwischen 40 und 60 km. Wir waren jeden Tag ca. 9-10 Stunden unterwegs. Die Landschaft änderte sich, als wir über die Weichsel nach Westpreußen kamen. Diese Landschaft ist irgendwie melancholischer, sie hat nicht den Charme Masurens. Einzeln verstreute Gehöfte, Tabak- und Roggenfelder, flaches Land. Eine Kuh am Straßenrand angepflockt, eine Frau am Haus sitzend, die ein Huhn zum Mittagessen rupft. Hier habe ich bis zu meinem 20.Lebensjahr gelebt.

So lange wir in Polen liefen, wurden wir aus Elk jeden Tag angerufen und nach unserem Befinden gefragt. Es war ein Abenteuer, denn morgens wussten wir nicht genau, wo wir abends schlafen würden. Denn wir hatten ja auch die Verantwortung für unsere Betreuer.

Wir liefen ohne Frühstück los, dieses gab es unterwegs, bei schön gedecktem Tisch. Manchmal ergatterten unsere Betreuer auch frische Brötchen, sonst gab es Brot vom Vortage. Mich begeisterten auch die überquellenden Blumengärten und die vielen Obstbäume längst den Straßen, die sich bis nach Ostdeutschland hinzogen. In Westdeutschland überwog dann das Friedhofsgrün, das nicht viel Pflege verlangt.

Der letzte Tag in Polen stand unter keinem guten Stern. In unserem Hotel fand eine Hochzeitsfeier statt, wir machten kein Auge zu. Am darauffolgenden Tag fiel uns das Laufen sehr schwer. Ich hatte kein Auge für die Landschaft. Gut, dass abends unser Etappenziel Angermünde in Deutschland war, hier war Betreuerwechsel und wir hatten einen Tag Pause! Die Pause war sehr willkommen, ich hatte viele Socken zu waschen und wir konnten in der Sonne faulenzen.

Jetzt zeigten sich auch bei uns und unseren Betreuern Ermüdungserscheinungen. Das Weserbergland war landschaftlich schön, nur diese Bergauf - und Bergabpassagen in ungeschützter Sonnenglut strengte doch sehr an. Martin bewies eine ungeheure Ausdauer, er trug den Trinkrucksack, kümmerte sich telefonisch um Unterkünfte und manchmal zog er mich auch den Hügel hinauf. Denn morgens mussten wir wieder fit sein für die neue Etappe, was uns auch immer gelang. So konnten wir jeden Abend zur abgemachten Zeit am Ziel sein, so stellte sich die Frage gar nicht, haben wir Lust, morgens um 5.00 Uhr aufzustehen oder bleiben wir noch etwas liegen. Auch unsere Betreuer machten tapfer alles mit. In der letzten Woche war es noch dunkel und kalt, als wir losliefen, mit Leuchtstreifen und Taschenlampe. Die Strecke von Herne nach Krefeld war sehr ernüchternd, ein Häusermeer, wir hatten den Eindruck, alles ist eine Stadt, eine ungepflegte Stadt.

Die letzte Etappe von Krefeld nach Lobberich war dagegen nach unserem Geschmack. Wir wurden von Nordic-Walking- Frauen aus unserem Verein abgeholt und machten uns in der Dunkelheit auf den Weg, jetzt entspannt schwatzend. Auf der Strecke stießen weitere Läufer zu uns und zum Schluss waren es 50, alle in Gelb, ein riesiger Lindwurm, der sich den Weg ins Lobbericher Rathaus bahnte.

Der Empfang hier war unbeschreiblich, zahlreiche Besucher fanden sich ein und beklatschten uns. Unser Bürgermeister empfing uns mit einem Blumenstrauß, einer Urkunde und mit den Worten: "Sie können stolz sein, diese besondere Herausforderung angenommen zu haben. Dies ist eine wirklich einmalige Leistung. Sie haben es allen gezeigt. Und das, obwohl im Vorfeld mancher Skepsis geäußert hat. Eine Leistung wie diese ist nur durch ein Miteinander möglich. Ihre Reise hat gezeigt, wie wichtig es ist, Städtepartnerschaften zu schließen. Sie haben einen großen Beitrag zur Städtepartnerschaft zwischen Nettetal und Elk geleistet". Anschließend ging es in den Ratsaal, Lobberichs guter Stube, wo den vielen Zuschauern Tanzeinlagen der Tanzgarde sowie Musik der Jagdhornbläser geboten wurden. Ich bekam mein gewünschtes alkoholfreier Weizenbier, eine lecker Suppe und Kaffee und Kuchen gab es für alle: Wir waren Beide trunken vor Glück, was Martin zu der Bemerkung hinreißen ließ: für so einen Empfang würden wir es wieder tun.

Daß außer ein paar Pannen und Mißgeschicken nichts passiert ist, war wohl mehreren Schutzengeln zu verdanken.

Else Bayer


Die handgeschriebene HEILIGE SCHRIFT

Seit dem Jahr mit der Bibel 2003 bis Pfingsten 2005 haben 279 Menschen der Evangelischen St.Clemens Kirchengemeinde zu Büsum die Lutherbibelausgabe mit 1212 Seiten, Kapitel für Kapitel mit großer Freude handgeschrieben. Der Lobbericher Hermann Süssenbecker, hat an seinem Urlaubsort Büsum die Bibel, die heilige Schrift handschriftlich mit geschrieben. Wie kam es dazu? Wir fahren schon über viele Jahre nach Büsum um dort unseren Urlaub zu verbringen und nehmen dort am Gemeindeleben teil. Der Pfarrer der Gemeinde warb für das Handumschreiben der HEILIGEN SCHRIFT. Es haben sich 279 Personen bereit erklärt die Bibel handschriftlich zu schreiben. Büsumer und Urlauber aus den versch. Teilen von Deutschland haben sich beteiligt. Auch ich hatte Interesse und sprach beim Pfarrer vor. Das Feuer war entfacht Die HEILIGE SCHRIFT handzuschreiben, dass ist doch was

ganz besonderes, sich im Glauben zu vertiefen. Gottes Wort gibt festen Halt. Nach der Vorbereitungszeit wurden uns im darauffolgenden Jahr die zu schreibenden Bibelstellen, die von uns mit ausgesucht wurden, zugeteilt. Ich entschied mich für Matthäus 16/17 die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung. Die Einteilungen mußten im Text und im Kap. genau eingehalten werden. Nun begann das GROSSE SCHREIBEN. Beim Schreiben habe ich oft innegehalten und über das geschriebene Wort Gottes nachgedacht. Ich habe mich da sehr in den Text vertieft. Man liest und denkt nach und schreibt. Das Schreiben hat sehr viel Freude gebracht und ich habe das Wort Gottes durch das Schreiben noch besser verstanden. Im Glauben verstanden. Für mich war das eine Bereicherung. Nach Fertigstellung der handgeschriebenen Bibel, wurde diese gebunden und angeboten. Und diese besondere Bibel ist in viele Familien gekommen. Vor kurzem habe ich eine Anfrage von einem Pfarrer aus der Schweiz bekommen, ob ich an einer Handumschreibung der Heiligen Schrift im Europ.Raum mich beteiligen würde. Ja ich würde da schon sehr gerne mitmachen, aber ich glaube da vergehen Jahre der Vorbereitung. Die handgeschriebene Heilige Schrift ist nun zu meiner zweiten Familienbibel geworden.

Hermann Süssenbecker


Ein Besuch der Moschee in Duisburg - Marxloh

Für den 5. Oktober hatte der Fachbereich der Stadt "Senioren, Wohnen und Soziales" eingeladen zu einer Busfahrt nach Duisburg-Marxloh: Besichtigung der Moschee.

Vier Mitglieder des Presbyteriums entschlossen sich, daran teilzunehmen. Pünktlich um 17 Uhr fuhr der vollbesetzte Bus der Fa. Tack vom Rathaus ab. Teilnehmende waren sowohl Türken wie Deutsche, also ein echt ökumenisches Unternehmen!

Es gab einen Zeitplan, der eine Moscheeführung um 18 Uhr vorsah; wir waren pünktlich vor Ort und wurden bereits von unserer Führerin, einer Deutschen, die, wie sich später herausstellte, vom Beginn der Bauarbeiten an mitgewirkt hatte, also gut informiert war und überdies auch türkisch sprach. Nachdem wir uns unserer Schuhe entledigt hatten, betraten wir die Moschee, einen großen Kuppelbau, der ungeheure Ruhe ausstrahlte. Im Islam sind an Gebetsstätten keine Bilder - keine Abbildungen erlaubt, dafür eine reiche farbige Ornamentik, die nur von eigens dafür ausgebildeten Künstlern erbracht werden kann und auch darf. Sie wird vorzugsweise an der Decke und den Fenstern angebracht. Befremdend wirkte auf mich, daß die großen, unteren Fenster, die das Gebäude mitbestimmten, völlig "nackend" waren, frei von jeder Ornamentik, bis unsere Begleiterin uns aufklärte, daß dies mit der Absicht so gestaltet worden sei, damit Menschen -- vor allem Andersgläubige -- von außen in die Moschee schauen könnten und nicht der Eindruck erweckt würde, drinnen halte man geheimnisvolle Rituale ab. (Im Übrigen wurde uns das in ähnlicher Form auch schon bei einem Besuch der Lobbericher Moschee als Grund genannt, daß wir Frauen Zugang zum Gebetsraum der Männer erhielten)

An der Kopfwand befinden sich mosaikartige Kachelbilder, natürlich auch diese als Ornamentik - im Übrigen gleicht kein Ornament einem anderen, also eine wirklich beeindruckende künstlerische Arbeit, die, wie sich denken läßt, auch nur von Spezialisten ausführbar!

Für die betenden Frauen gibt es eine Empore, (die wir aber, wohl aus Zeitmangel, nicht betreten haben) während die Männer auf dem Boden der Moschee, der mit einem schönen weichen Teppich ausgelegt ist, ihre Gebete verrichten. Anders als bei uns, mit vielen Verbeugungen und Niederwerfungen, bei denen bisweilen auch das Gesicht den Boden berührt - mit ein Grund für das Gebot, vor Betreten die Schuhe auszuziehen.

Schon beim Betreten der Moschee zieht ein riesiger Kronleuchter die Blicke auf sich, jedes Lämpchen steht für einen Gottesnamen, deren es im Islam 120 gibt (wenn ich mich nicht irre) der 121. ist unbekannt und darf überdies nicht ausgesprochen werden.

Ich hätte mich gern länger in der Moschee aufgehalten -- in deren meditativer Atmosphäre, aber der Zeitplan sah das nicht vor, und so wurden wir nun durch die Räume des Gemeindehauses geführt, die da sind:

Eine Bibliothek im Entstehen, in der auch Vorträge gehalten und Schulungen gemacht werden, schon zu klein angelegt, da es in Marxloh die einzige Möglichkeit ist, solche Angebote in Anspruch zu nehmen. Außerdem ein Bistro, und nicht zu vergessen eine Stätte an der sich die Gläubigen rituellen Waschungen unterziehen können bevor sie die Moschee betreten. Diese wurde uns nicht gezeigt, aber, viele Reisende werden das auch wissen, in den wärmeren Zonen, in denen der Islam zu Hause ist, befindet sich diese Möglichkeit des sich Waschens im Freien vor der Moschee.

Und nicht zuletzt der große Gemeinschaftsraum, in der unsere Führung endete - mittlerweile war es 19 Uhr und es stand der einstündige Vortrag "Islam in Deutschland" an. Dieser war recht allgemein gehalten und bot eigentlich nichts Neues. Es wurden einige Fragen gestellt von den Zuhörern, durch deren Beantwortung wir erfuhren, daß die Spendenbereitschaft bei den Muslimen groß ist (von ihnen wird in Deutschland auch keine Kirchensteuer erhoben) und - das fand ich schon interessant - die Grundstückpreise sowie die Baubereitschaft in Marxloh ist seit Bestehen der Moschee enorm gestiegen, es wurden auch Zahlen genannt, die ich mir aber nicht gemerkt habe. Nun wurden wir auf den "kleinen Imbiß", der auf langen Tafeln schon im Hintergrund wartete, losgelassen, er bestand aus vielen köstlichen Türkischen Spezialitäten und leider war unser "Fassungsvermögen" nicht ausreichend um alle zu probieren!

Vollgefuttert und voller Eindrücke fuhren wir nun zurück nach Lobberich, waren ca. 22 Uhr zu Hause, und froh, an diesem informativen Ausflug teilgenommen zu haben.

Barbara Matussek


Weihnachtsgabe für die Diakonie der Ev. Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck

Wir bitten um Ihre Spende!

Bitte unterstützen Sie

Familien in Not, Wohnungslose und Übersiedler suchen Hilfe im Pfarrhaus und finden Unterstützung. Viele kleine und große Spenden machen es möglich -unbürokratisch und trotz eng geschnallter Gürtel in den Etats- weiter zu helfen.

Dankbar für Ihre Hilfe und Unterstützung sind Ihnen

Das Presbyterium
Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter


Eine Begegnung mit Inge Jens

Was das kulturelle Leben in Nettetal betrifft, so war der 20. Oktober 2009 ein buchenswerter Tag. An diesem Tag war Inge Jens in der Stadtbücherei und las aus ihrem Buch "Unvollständige Erinnerungen". Inge Jens hat an der Seite eines über Jahrzehnte zur geistigen Elite gehörenden Mannes, Walter Jens, am intellektuellen Leben Anteil genommen. Sie hat 1986 die Tagebücher Thomas Manns (1944 - 1955) herausgegeben. Mit ihrem Mann beschrieb sie das Leben der Katharina Pringsheim (Katia), der Frau von Thomas Mann. Vor sieben Jahren war das Ehepaar in der Lobbericher Werner Jaeger Halle und las gemeinsam aus diesem Werk vor. Diese hanseatisch - protestantisch geprägte Inge Jens, 1927 in Hamburg geboren, schildert ihr Leben als Abfolge glücklicher Zufälle und Gelegenheiten, von denen sie nicht wenige Ihrem Mann verdankt.

Die Erfahrungen der Bombennächte, die Begegnung mit einer Frau, die ihr totes Kind umklammert, die Operation, bei der einem fünfzehnjährigem Jungen ein Bein aus der Hüfte heraus abgenommen wird und Inge Puttgarden ( später Inge Jens ) als junge Krankenschwester Skalpell und Säge reicht, diese Erlebnisse haben sie zur Pazifistin werden lassen. Früh war sie in der Friedensbewegung tätig.

Stichwort: Mütlangen, Nato-Doppelbeschluss 1979, wo sie und ihr Mann mit tausenden Gleichgesinnter sich dem gewaltlosen Widerstand verschrieben. Große Schwierigkeiten bekamen sie, als sie während der ersten Golfkrieges zwei amerikanische desertierte Soldaten in ihrem Haus versteckten.

In den frühen siebziger Jahren hatte das Ehepaar Jens engen Kontakt zu den kirchlichen Friedensgruppen in der DDR, unter deren Angehörigen sie schnell Freunde fanden: Reiner Bohley, Achim und Christiane Lunk in Greifswald, Martin Bartelt, und besonders Pfarrer Friedrich Schorlemer in Wittenberg wie Christoph Ziemer in Dresden. Nicht zu vergessen den Kreis um Reiner in Naumburg und den seiner zahlreichen Brüder in Halle. Überall trafen sie Menschen, die etwas von ihnen erfahren wollten, die, wie sie, auf einen geistig - politischen Austausch hofften.

Inge Jens und ihr Mann sind eng mit der evangelischen Kirche in Tübingen verbunden. Walter Jens, als seine Krankheit ihn noch nicht befallen hatte, war ein gefragter Prediger, dichtete Texte für Kirchenmusik von Haydn, Mozart u.a.

Walter Jens verdanken wir auch Neuübersetzungen aller Evangelien. Das dreizehnte und letzte Kapitel der Erinnerungen von Inge Jens führt in die Gegenwart, in der Walter Jens aufgehört hat, eine eigenständige Persönlichkeit zu sein. Seine Krankheit beendete ein sechzig Jahre währendes intellektuelles Gespräch und sie droht, " die heikle Balance von Widmen und Opfern und der spätgewonnenen Lust an der Selbstbestimmung zu zerstören."

Die letzten 50 Seiten sind ein Lehrstück über die familiären Folgen der Demenzerkrankung. Nüchtern, ohne Selbstmitleid in der ihr eigenen klaren schnörkellosen Prosa und mit bewundernswerter Offenheit schildert Inge Jens den Krankheitsverauf ihres Mannes. Sie hadert nicht mit dem Schicksal, sondern fragt sich:

"Warum war es gerade uns vergönnt, ein so interessantes, erfülltes, glückliches Leben zu führen?"

Von diesem Leben erzählt dieses erstaunliche Buch.

Hans K. Matussek


Adventskalender

jeweils um 17.30 Uhr an der angegebenen Adresse

Frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr 2010


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Taufen:

Beerdigungen:


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