Gemeindebrief

Januar 2007


Jahreslosung 2007:


Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?

Jesaja 43, 19a

Man gewöhnt sich an alles - so heißt ein Sprichwort. Auch an das Leben in der Fremde. So jedenfalls haben wohl viele gedacht und gelebt die nach der Eroberung Jerusalems 587 v. Chr. nach Babylon, in das Zentrum der Weltmacht, verschleppt worden waren. Lässt es sich nicht auch hier leben? Und riet Jeremia ihnen nicht dazu, Häuser zu bauen und Familien zu gründen (Jeremia 29)?

Doch mit der Gewöhnung geht auch das Vergessen einher.

Es war am Anfang offensichtlich ein Einziger, der daran erinnerte: Als Menschen des Volkes Israel gehören sie nicht ihren eigenen Hoffnungen und Wünschen, sondern zu dem Gott, der Israel befreit hat und wieder befreien wird. Die Zukunft hat dabei bereits angefangen - und zwar mit denen, die an diese Zukunft Gottes erinnern. (Merkwürdig - dass Erinnerung Zukunft birgt!)

Wir befinden uns nicht in Gefangenschaft und leben nicht in der Fremde. Und den-noch erleben wir eine Zeit, in der Kirchen geschlossen werden müssen, wie es dies nicht einmal zur Zeit des Nationalsozialismus, vielleicht zuletzt unter Napoleon der Fall war. Eine Gesellschaft, die in ihrer Wirtschaftsform auf Geld basiert und nach Profit giert, fängt an ihre eigene Basis zu verzehren. Eine Kirche, die in ihrer Organisation auf Kirchensteuern fußt, kriegt kalte Füße. Die Blicke sind auf das Impulspapier der EKD - "Kirche der Freiheit - Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. jahrhundert" gerichtet. Der Slogan dieser Schrift wirkt ermutigend: "Wachsen gegen den Trend". Die Öffnung zu den Ehrenamtlichen auch. Anderes verwirrt -z.B. eine zunehmende Zentralisierung. Aber auch das Fehlen von etwas, das früher "Gottvertrauen" genannt worden ist: also keine Untätigkeit in den Dingen, die uns anvertraut sind, aber eine Gelassenheit und Vertrauen darin, dass sich der Glaube und sein Werk immer Bewährt; hier ist die Währung, die alle anderen überlebt. Waren es nicht in Israel die Erinnerung einiger weniger Menschen, die an die Zukunft Gottes neuen Glauben schenkten? Kann es nicht sein, dass auch mitten unter uns längst Neues angebrochen ist?

Mit den besten Grüßen wünscht Gottes Segen

Ihr


Aktuelles aus der Gemeinde


Das neue Jahr hat begonnen. Mit großer Sorge hat das Presbyterium die Entwicklung der finanziellen Situation der Evangelischen Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck beobachtet. Wer sich mit wachen Augen umsieht, wird überall kleinere Bauschäden entdecken. Gerne hätten wir sie sofort beseitigen lassen. Leider lässt uns unser Haushalt zur Zeit keinen Spielraum für außergewöhnliche Ausgaben. Und leider haben wir bei unseren zusammengekürzten Mitteln nicht die Möglichkeit, größere Reparaturen kurzfristig anzugehen, und erst recht können wir keine nennenswerten Mittel zurücklegen und für größere Projekte ansparen.

Es muss deutlich ausgesprochen werden:

Wir müssen die ständigen Ausgaben der Kirchengemeinde erheblich ( in der Größe von mehreren 10.000 Euro ) verringern. Ein weiteres Verharren in der gegebenen Haltung ist nicht mehr zu verantworten, viel zu groß ist das Risiko einer plötzlich notwendigen größeren Reparatur. Daher werden wir in Zukunft mit weniger Personaleinsatz auskommen müssen. Grundsätzlich müssen wir alle Ausgabepositionen auf Notwendigkeit prüfen.

Was wird das Ergebnis sein?

Das Presbyterium wird nach langem Zögern die Arbeitszeiten der Küsterinnen reduzieren. Das bedeutet aber auch, dass deren Tätigkeiten nicht gänzlich weg-fallen können, sondern Presbyter und Gemeindeglieder werden sich wesentlich stärker in die Gemeindearbeit einbringen müssen.

Unter Umständen werden sich weitere Sparzwänge ergeben. Damit bleiben uns aber nur noch wenige Möglichkeiten. Wir können weitere Personalkosten ein-sparen, wir können über die Notwendigkeit von zwei Kirchen und zwei Gemeinde-häusern nachdenken. Wenig Sinn dürfte es haben, Haus- und Grundbesitz zu verkaufen. Der Verkaufserlös wäre innerhalb weniger Jahre verbraucht. Langfristig (30 Jahre) rechnet die Evangelische Kirche im Rheinland mit der Halbierung der Einnahmen. Noch sind wir eine der wenigen Gemeinden mit Zuwachs, dieser Trend wird sich aber nach der Komplettierung der Baugebiete in der Gemeinde umkehren.

Damit ist der Weg vorgezeichnet:

Wir müssen jetzt damit anfangen, uns auf unsere (finanziell knappe) Zukunft vorzubereiten. Wir müssen jetzt die Weichen stellen, Wir müssen verhindern, dass wir uns finanziell verausgaben durch zu hohe Personalkosten. Wir müssen aber auch unsere Wünsche und Vorstellungen den gegebenen Möglichkeiten anpassen. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht mehr liebgewonnene Dienstleistungen der Kirchengemeinde konsumieren dürfen, denn wir können sie nicht mehr bezahlen.

Wir müssen uns daher für die von uns gewünschten Projekte selbst einsetzen. Wir müssen uns viel mehr als früher selbst mit anderen Gemeindegliedern zusammensetzen und selbst ein Stück Gemeindeleben für uns und andere gestalten.

Am Ende des Heiligabend-Gottesdienstes haben in Lobberich nach langen Jahren endlich wieder die Glocken (versuchsweise) geläutet. Für uns sollte dieses Ereignis ein erfolgreiches Beispiel sein für die künftige Mitarbeit von Gemeindegliedern in unserer Kirchengemeinde. Jeder von uns hat ganz einzigartige Möglichkeiten und Talente. Wir sollten zunehmend unser Augenmerk darauf richten, uns damit in die Gemeinde einzubringen.

Wir wünschen allen Gemeindegliedern ein glückliches neues Jahr 2007.

Hermann Herbers
Presbyterium Evangelische
Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck


Nur vier Tage nach seinem 75. Geburtstag verstarb am Donnerstag, den

11. Januar 2007

Pfarrer Johannes Torka

Er ist auch vielen evangelischen Christen aus seiner Amtszeit von 1966 an als Kaplan und Pfarrvikar in Hinsbeck und später von 1973 bis Juni 2000 als Pfarrer in Lobberich gut bekannt.

Besonders zur Amtszeit von unserem Pfarrer Arpad Gridi-Papp ergab sich eine kontinuierliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit über die Konfessionsgrenzen hinweg, für die wir Gott dankbar sind.

Der Segen des Wirkens von Pfarrer Torka wird mit seinem Tode gewiss nicht aufhören.

Betroffen vom plötzlichen Tod haben wir unsere herzliche Anteilnahme unseren Geschwistergemeinden umgehend mitgeteilt.

Pfarrer Dr. Matthias Engelke

Das Presbyterium


Aus der Gemeinde


Ich glaube an die heilige christliche Kirche
"Die Kirche ist immer zu erneuern!"

So lautet seit Jahrhunderten einer der Wahlsprüche innerhalb der Kirche - ecclesia semper reformanda, so sagte man schon vor Luther.

Dass dann mit ihm eine Erneuerung kam an die niemand gedacht hatte, konnte keiner voraussehen. Wir erinnern uns daran am Reformationstag.

Auch heute - wie eigentlich immer - bedarf die Kirche der Reformation. Vieles wandelt sich, die Altersstruktur, die Alltagskultur, es drücken finanzielle Sorgen, die Bevölkerung verändert sich - und allmählich hat es sich herumgesprochen: "Es muss sich viel ändern!" - damit alles beim Alten bleibt?

Aus der Etage der Kirchenleitungen der Evangelischen Kirche in Deutschland stammt eine Programmschrift, die die Richtung angeben will: "Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert". Sie ist im Internet oder in unserem Gemeindebüro erhältlich. Ihr Hauptmotto lautet: "Wachsen gegen den Trend". Hauptansatzpunkt: Die "Kraft zur Beheimatung" verstärken. Sie ent-hält viele gut durchdachte und hilfreiche Anregungen. Es lohnt sich gewiss sich mit ihr auseinander zu setzen. Ich möchte ausdrücklich dazu ermutigen, dies bei möglichst vielen Gelegenheiten zu tun.

Mir sind folgende Punkte für die zukünftige Gestalt unserer Kirche besonders wichtig:

Mit besten Grüßen


"Reunidos aqui para alabar el Senhor" -

Wir sind hier vereint, um dich zu loben, o Gott - so beginnt das erste Lied der dies-jährigen Gottesdienstordnung aus Paraguay. Gott loben - unter Gottes Zelt vereint - Frauen aus Paraguay bringen uns ihr Land, ihre Situation nahe: Das oft schwierige Zusammenleben der indigenen Völker und der spanischen Bevölkerung, der Nachfahren der Eroberer, die Folgen von jahrzehntelanger Diktatur unter Alfredo Stroessner, Armut und Korruption, Machtinteressen wirtschaftlicher Großindustrien...

- und auf der anderen Seite: Menschen, die sich für Demokratisierung ein-setzen, Bäuerinnen die eine Landlosen-Bewegung initiieren, Frauen, die andere Frauen in Gewaltsituationen begleiten:

- 26 Frauen aus dem Weltgebetstagskommitee in Paraguay laden uns zur gemeinsamen Feier ein. Lassen auch Sie sich einladen!

Übrigens: Das Bild zeigt eine für Paraguay typische Handwerkskunst, Nanduti genannt.

Es "entstand aus der kreativen Verbindung von indigener und europäischer Kultur. Die verschiedenen Muster entsprechen der reichen Natur Paraguays und sind miteinander durch ein einziges Garn zu einem Ganzen vereint. Die Kreisformen der Nanduti-Spitze symbolisieren die immerwährende Anwesenheit Gottes" (Zitat aus der Gottesdienstordnung)

Zur Landesvorstellung zu Paraguay laden wie herzlich ein:

In Hinsbeck im Rahmen der Frauenhilfe - in Lobberich am Dienstag, 13. Februar um 19.30 Uhr im ev. Gemeindehaus. Dies ist gleichzeitig das nächste Treffen des Kreises "Frauen laden Frauen ein".

Beate Engelke


Kindergottesdienst

Nächste Termine:

  • Sonntag, 04. Februar in Lobberich
  • Sonntag, 04. März in Hinsbeck
  • Sonntag, 01. April in Lobberich

"Ein Licht geht auf in der Dunkelheit..." - so feierten viele Kinder mit ihren Familien, Freunden, Bekannten und allen übrigen Gottesdienst-besucher den 1. Advent. Schon beim Betreten der Kirche wurde deutlich: Heute ist ein besonderer Tag! Nicht nur, dass wir gemeinsam die Adventszeit begonnen haben, nein, mit uns spielten und sangen mehr als 20 Jungen und Mädchen der Gitarrenlehrerin Frau Moortz, unterstützt und begleitet von einigen Mitgliedern der Schwalmtaler Zupfer. Für viele war es der erste öffentliche Auftritt und Mitwirkung in der Kirche - eine Wiederholung können wir uns bestens vorstellen!

Im Rahmen des Gottesdienstes konnte sich jeder Besucher selbst aussuchen, wie er den Start in den Advent im Gottesdienst gestaltet:

Mit einer Bibelarbeit, mit Kerzen basteln, mit einem Lichtertanz, mit Singen unter fachkundiger Gitarrenbegleitung, mit Fensterbild-Kerzen-Basteln oder auch einfach mit guten Gesprächen mit dem Nachbarn - fröhlich, besinnlich, konzentriert, munter ging es in den verschiedenen Gruppen zu.

Schön, dass so viele den Weg in die Kirche gefunden haben - ermu-tigend auch für uns als Team vom Kindergottesdienst und Kinderkirche, ein nächster Familiengottesdienst folgt bestimmt!

Übrigens: Wer gerne in diesem Bereich mitarbeiten will, kann sich jederzeit beim Team melden - auch, wenn es einfach nur 1 - 2 Familiengottesdienste im Jahr sind - wir freuen uns über jede gedankliche und tatkräftige Unterstützung!

Beate Engelke (Tel. 2539)


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