WESTDEUTSCHE ZEITUNG

24. Juni 2004


Wenn Jungs einem nicht die Laune verderben

In der Lobbericher Arche fand jetzt der Nettetaler Mädchentag statt. Über 100 Teilnehmerinnen genossen jede Minute.

Lobberich. "Gut dass keine Jungs da sind", so die 17-jährige Lidia. Ohne Männer sei doch alles viel "stressfreier" und man könne den Mädchentag so richtig genießen. Die elfjährige Simone stimmt ihr zu. Zusammen mit über 100 Mädchen im Alter von fünf bis 23 Jahren verbrachten die beiden einen abwechslungsreichen Tag in der zur "Männer-freien" Zone erklärten Lobbericher Arche. Für die Schönheit gab es Nagel-Modellage, eifrig werkelnde Kosmetikerinnen und eine junge Frisör-Meisterin, die ihre Dienste zur Verfügung stellte und so manche krause Locke in eine hochmoderne Turmfrisur verwandelte.

In anderen Räumen informierte die Aids-Beratung des Kreis Viersen über Verhütung und donum vitae machte auf die Schwangerschafts-Konflikt-Beratung aufmerksam. Für Action sorgte das sportliche Angebot: Tai-Bo, Hip-Hop-Tanz, Sumo-Ringen, Yoga, Kickern und am Abend die Übertragung des Fußballspiels Deutschland gegen Lettland denn "Mädchen stehen auch auf Fußball", weiß Streetworkerin Marie-Luise Hellekamps.

Auch Eva und Jenni genossen ausgelassen den Mädchentag in der Lobbericher Arche. Auf dem Bild unseres Fotografen Kurt Lübke vergnügen sich die beiden gerade beim Sumo-Ringen.

Handwerkliches Geschick war gefragt beim Bilderrahmen basteln, Kreativität beim Malen wobei sich die meisten Talente in der "Blumen und Herzen"-Phase befanden. Wer Ruhe brauchte, konnte sich zurückziehen in den "Wellness"-Bereich. Ein gemütlicher abgedunkelter Entspannungs-Raum mit warmen Kerzenlicht und auf dem Boden ausgebreiteten Decken.

"Einfach ganz stressfrei etwas Gutes für sich selbst tun, Selbstbewusstsein fördern, Mädchen stark machen", erklärt Hellekamps, was hinter der Idee steht. Und weil so ein Event gut vorbereitet sein will, haben Nettetals Jugendbetreuer an einem Strang gezogen: Angelika Witte und Elli Jongmanns vom Kaldenkirchener Spielecafe, Eva Kappel vom Jugendheim Oase, Heike Theile vom Second home Brüggen, Susanne Reinartz vom Kreisjugendamt und Gleichstellungsbeauftragte Monika Ioannidis.

Unterstützt wurde die Arbeit durch eine anonyme Spende, "ohne die es knapp geworden wäre", gibt die Streetworkerin zu. Immerhin mussten die jungen Damen nur zweieinhalb Euro Eintritt löhnen. Aber selbst diesen Betrag können manche Jugendliche nur schwer aufbringen. Nach einem ausgelassen Tag zogen die Organisatoren und Teilnehmer eine positive Resonanz: Im kommenden Jahr soll es erneut einen Mädchentag geben.

Donnerstag - 24.06.2004

Von Verena Schade



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