WESTDEUTSCHE ZEITUNG9. Juni 2004 |
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Nettetal. Die Zukunft der Seniorennachmittage in Nettetal steht in den Sternen. Ob weit über 1000 ältere Mitmenschen auf ihre beliebten Veranstaltungen verzichten müssen, hängt vom Einsatz und der Spendenbereitschaft der Nettetaler ab: Der städtische Haushalt gibt die erforderlichen 10 000 Euro pro Jahr nicht mehr her. Bürgermeister Peter Ottmann (CDU) gestern im Namen von Stadt und Kirchengemeinden: "Wir richten den Appell an die Bevölkerung, diese Veranstaltungen für Senioren mit zu tragen auch als Zeichen der Verantwortung gegenüber der älteren Generation."
Dabei geht es Ottmann und den Pfarrern nicht allein ums Geld: Schon jetzt seien die Seniorennachmittage ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht durchführbar. Das Problem: Die Kiste scheint verfahren, hat sich doch die Stadt längst aus der Affäre gezogen. Sie gab das Geld, das von der katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian verwaltet wurde, dazu vielleicht noch hier und da ein Grußwort, mehr nicht.
Die eigentliche Arbeit aber hatten die Pfarreien vor Ort. So gab der Erste Beigeordnete Christian Wagner (CDU) unumwunden zu: "Wir haben es uns vielleicht ein wenig zu einfach gemacht in den letzten Jahren."
Nun hat die Stadt das Geld nicht mehr und kam, so Ottmann, "gemeinsam mit den Pfarrern auf die Idee mit den Spenden". In der Hoffnung, dass genug hereinkommt, damit die Seniorennachmittage weiterlaufen können. Schon die Veranstaltungen im Herbst sind laut Wagner "nicht mehr gesichert".
Dabei kostet die eigentliche Betreuung der Senioren nichts: Viele freiwillige Helfer in den Kirchengemeinden backen, bewirten, bereiten mit Vereinen und Verbänden den alten Mitmenschen schöne Stunden. Die katholischen Pfarrer Dors, Kerkhoff und Putz sowie ihr evangelischer Amtsbruder Engelke hoben denn auch immer wieder das ehrenamtliche Engagement hervor. Dabei kommen allein in Lobberich über 300 Senioren zu "ihrer" jährlichen Veranstaltung; in Kaldenkirchen gibt`s gar monatlich einen Seniorennachmittag.
"Wir nehmen die Leute in die Verantwortung", begründete Georg Kerkhoff das Vorhaben, "und ich bin optimistisch, ja sicher, dass uns das gelingt." Matthias Engelke: "Schon mit fünf Euro ist ein Platz mit Gedeck für einen älteren Mitbürger finanziert."
Infos: Pfarrbüro St. Sebastian, Lobberich, 02153/914 10.
Mittwoch - 09.06.2004
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