WESTDEUTSCHE ZEITUNG

3. April 2004


"Rotstift trifft vor allem die Jugendlichen"

Der Jugend- und Sportausschuss macht beim Land gegen die "saftigen Kürzungen" mobil. Sieben halbe Stellen stehen zur Disposition.

Nettetal. In den kommenden Tagen flattert der Landesregierung Post vom Nettetaler Jugend- und Sportausschuss ins Haus. CDU-Sprecherin Beatrix Müllers-Kostas regte an, in einer Resolution gegen die "saftigen Zuschuss-Kürzungen im Jugendbereich" zu protestieren. Markus Tillmanns von den Bündnis-Grünen ergänzte: "Diese Kürzungen sind so was von falsch, dass man sie zurücknehmen sollte." Vorsitzender Peter Kohn (SPD) formulierte auch den einstimmigen Beschluss, der das Land auffordert, die Kürzungen "nach Möglichkeit" zurück zu nehmen.

Der Rotstift des Landes habe unter anderem erhebliche Auswirkungen beim Sachkosten-Zuschuss für Kindergärten und bei der Finanzierung von Erziehungs-Beratungs-Stellen.

Bei den städtischen Kindergärten könne die Kürzungs-Lücke für 2004/2005 durch Rücklagen-Entnahme ausgeglichen werden. Das Land hat zugesichert, ab 2006 die Höhe der Sachkosten-Zuschüsse neu zu überdenken.

Bei den offenen Jugend-Freizeit-Heimen bedeuten die Kürzungen, dass im Kreis-Jugendamts-Bezirk sieben halbe Stellen zur Disposition stehen, auch jeweils für die vier Nettetaler Einrichtungen. Hierzu hatte Dezernent Christian Wagner gute Nachrichten parat. Aufgrund einer Einigung mit dem Kreis wird die Offene Jugendarbeit in der Stadt in diesem Jahr in vollem Umfang fortgeführt.

Für den Jugendamtsbezirk beim Kreis, zu dem Nettetal gehört, konnte der Dezernent auf eine simple Rechnung verweisen: Den Kosten für verstärkte Vorbeugung und ambulante Hilfen von 200 000 Euro stehen erstmals Einsparungen bei der Unterbringung von Jugendlichen in Heimen von 900 000 Euro gegenüber. Wagner geht davon aus, diese gute Entwicklung werde sich 2005 fortsetzen.

Nettetals engagierte Sozialarbeiterin Marie-Luise Hellekamps (Streetwork) hatte eine frohe Botschaft: Ein anonymer Spender hat 2000 Euro für die Offene Jugendarbeit gestiftet. Damit sei es möglich, in Speck einen informellen Treff für Jugendliche aus Breyell und Schaag in die Wege zu leiten.

Möglichst samt Bolzplatz und Basketball-Feld. Hellekamps hofft auf weitere Sponsoren. Der nun auch offiziell genehmigte Bolzplatz/Informeller Jugend-Treff an der Breyeller Gesamtschule muss jetzt seine "Nagelprobe" bestehen. Entschieden, ob er bleibt, wird Ende Sommer.


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