WESTDEUTSCHE ZEITUNG2. April 2004 |
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Nettetal. Ausgiebig diskutierte der Rat in seiner jüngsten Sitzung über die geplante Verlegung von zwei Koffieshops (Drogen-Verkaufsstellen) aus der Venloer City an den Grenzübergang Schwanenhaus. Bereits Anfang März kam das Thema im "VeNeTe"-Lenkungsausschuss zur Sprache. Nettetals Erster Beigeordneter Christian Wagner sorgt sich vor allem um die Jugendlichen aus Kaldenkirchener und Leuth. Zwar würde der Standort auf deutscher Seite stärker kontrolliert, es bleibe aber abzuwarten, wie sich der nicht tolerierte Drogenhandel entwickle.
Zwischenzeitlich fand auf Initiative Nettetals ein Gespräch mit der Kreispolizei, den örtlichen Vertretern des Zolls und dem Bundesgrenzschutz statt. Einigkeit bestand unter anderem darin, dass der neue Drogen-Standort und sein Einfluss besonders auf heranwachsende "Drogen-Interessenten" sorgfältig beobachtet werden müsse. Dazu zähle auch ein möglicher Anstieg der Beschaffungs-Kriminalität. Im Rat wurde nun wurde nun unterstrichen, wie unterschiedlich die Rechts-Systeme beider Länder sind: Was hier zu Lande eindeutig als Verbrechen gilt, kann in den Niederlanden noch erlaubt sein.
Die Debatte des Rates führte zu einem einstimmigen Drei-Punkte-Beschluss: Maßnahmen zur Drogen-Prävention werden in Nettetals Schulen verstärkt. CDU-Fraktionschef Günter Werner: "Das tragen wir mit. Ich möchte nicht, dass Nettetal künftig als Drogen-Umschlagplatz gilt." Beschlossen ist auch, die Kooperation mit den Sicherheitsbehörden fortzuführen und dadurch eine Gefährdung der Nettetaler Bevölkerung möglichst auszuschließen. Und: Venlo bekommt eine Stellungnahme Nettetals, "in der die sehr ernsten Bedenken und großen Sorgen zur geplanten Verlegung der Drogen-Verkaufsstellen ausgedrückt werden".
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