WESTDEUTSCHE ZEITUNGDonnerstag, 4. März 2004 |
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Lobberich. "Zugig und eiskalt ist es dort zu dieser Jahreszeit. Da können wir heizen soviel es nur geht trotzdem ist es fast unmöglich, sich für eine Weile zu setzen", berichtet Schwester Patricia, Seelsorgerin des Lobbericher Krankenhauses. Der Grund: den Fenstern der Krankenhaus-Kapelle fehlt die Isolierung. Und dem Krankenhaus das Geld. Deswegen bat Schwester Patricia den Nettetaler Lions Club um Unterstützung, der bereits zwei Jahre zuvor bei einem anderen Krankenhaus-Projekt geholfen hatte. Gestern wurde das Projekt vorgestellt. Dieses Jahr feiert der Nettetaler Lions Club 25-jähriges Bestehen. Hauptziel im Jubiläumsjahr ist die Sanierung der Kapelle, die mindestens 40 000 Euro verschlingen wird.
Im Leben der Patienten und Besucher nimmt die kleine Kapelle eine besondere Stellung ein. "Sie wird regelmäßig genutzt, um Ruhe zu finden und neue Kraft zu schöpfen", weiß die Ordensschwester zu berichten. Dass die frostigen Temperaturen für die Genesung der Kranken nicht gerade förderlich sind, haben die Lions-Mitglieder schnell eingesehen. Jedes Jahr wird von den "Löwen" gemeinsam festgelegt, welche Projekte unterstützt werden. "Rund 500 000 Mark haben wir seit der Gründung für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen können", so Schatzmeister Hans Oelers. Zusammen kam das Geld durch die Jahresspenden der Mitglieder und zahlreiche Veranstaltungen. Seit einiger Zeit läuft zudem überaus erfolgreich die "Zahngold-Aktion": Sechs Zahnärzte und deren Patienten lassen ihren ausgedienten "Füllstoff" für den guten Zweck einschmelzen und stellen ihn den "Lions" zur Verfügung.
Das Motto der internationalen Organisation (1917 in Chicago/USA gegründet) lautet "we serve" eine Verpflichtung zum Dienst gegenüber der Gemeinschaft. Etwa 1,2 bis 1,3 Millionen Menschen sind weltweit Teil der Organisation, wobei die einzelnen Clubs bewusst im "überschaubaren Rahmen von etwa 30 Personen" bleiben, so Nettetals Bürgermeister Peter Ottmann, ebenfalls ein "Löwe". Und so wird es dem Motto getreu keine großen JubiläumsFeierlichkeiten geben, damit alles Geld dem guten Zweck zugeführt werden kann. Präsident Werner Groß versprach gestern Schwester Patricia, dass "nächsten Winter niemand mehr frieren muss". Angesichts der vielen erfolgreichen Aktionen in den letzten 25 Jahren eine Aussage, die hoffen lässt.
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