WESTDEUTSCHE ZEITUNG29. Februar 2004 |
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Nettetal. Das kam nicht überraschend: Markus Tillmanns, Fraktions-Chef von Bündnis 90/Die Grünen, ist seit Donnerstagabend auch Bürgermeister-Kandidat seiner Partei. Neun von zehn stimmberechtigten Parteimitgliedern (bei rund zwei Dutzend Anwesenden) votierten für ihn, nur ein "Nein" musste er kassieren. Tillmanns verdeutlichte, er wolle das Bürgermeister-Amt "nicht im Galopp" erstürmen, durch den eigenen Kandidaten hätten die Grünen aber bessere Chancen, Inhalte ihrer Politik dem Bürger nahe zu bringen.
Sein besonderer Einsatz werde dem Ziel gelten, "dass Nettetal mehr als nur eine Ganztagsschule bekommt". Hart ging er mit der Dreifach-Turnhalle ins Gericht. Bei der politischen Konkurrenz sei da "Populismus" zu verzeichnen: "Eine ganze Generation wird damit bestraft, 30 Jahre lang die Halle zu finanzieren."
Der CDU warf er den Fehde-Handschuh hin: Sie sei eine in sich "zerrissene Drei-Bürgermeister-Partei". Das hätten die Querelen um die Ottmann-Nachfolge gezeigt.
Passend zum Kommunalwahl-Motto "Grünes Licht für Nettetal" überreichten ihm Parteifreunde einen stachelig-grünglühenden Kaktus (eine Tischlampe), was Partei-Chef Fred Heyer verbal zu würzen verstand: "Markus, du sollst weiter Stachel im Fleisch des Nettetaler Rats sein."
Als "Minimal-Ziel" der Grünen bezeichnete Heyer, bei der Wahl am 26. September wieder drittstärkste politische Kraft zu werden. Das waren sie schon einmal, bevor ihnen die letzte Kommunalwahl mit 5,2 Prozent nur zwei Plätze im Stadtrat bescherte. Guido Gahlings, mit Tillmanns im derzeitigen Rat, will weiter machen, sich insbesondere um Planung und Stadt-Entwicklung kümmern. Sein Credo: "Es gab und gibt für uns Möglichkeiten, etwas zu bewegen." Dafür müsse auch das Gespräch mit anderen Parteien gesucht werden.
Alle Wahlgänge in der harmonischen Versammlung zur Kandidatenkür verliefen ohne nennenswerte Gegenstimmen meist einstimmig. Die wichtige Reserveliste führt Tillmanns an, es folgen Gahlings und als "Newcomer" Erhard Scholz. Der 48-jährige Kaldenkirchener, beruflich im Maschinenbau tätig, gab die Nahtstelle zwischen Technik und erfolgreichem Umweltschutz als sein spezielles Interessengebiet an. So werde er sich auch weiter dem erfolgreichen "Solar-Stammtisch" der Partei in Nettetal widmen.
Für alle 21 Wahlbezirke in der Stadt gibt es Direkt-Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen.
Markus Tillmanns ist Bürgermeister-Kandidat der Grünen
in Nettetal.
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