6. Januar : Erscheinung des Herrn
(volkstümlich: "Drei Könige")


Sterndeuter

Das Evangelium nach Matthäus (2,1-12) spricht von "Weisen" (Sterndeuter, Magier), die aus dem Morgenland kamen, um - geführt durch einen Stern - dem neugeborenen König der Juden Gold, Weihrauch und Myrrhe zu bringen.

Sterndeuter gab es schon vor drei bis viertausend Jahren. Es waren sehr gelehrte und weise Männer, die den Lauf der Sterne erforschten und deuteten. In Persien wurde sie auch Magier genannt.

Morgenland: damit könnte Babylonien / Mesopotamien gemeint sein.


Weihrauch

Geschenke

Die Geschenke haben hohen Symbolwert:

  • Gold - Geschenk für einen König
  • Weihrauch - damit wurden Götter und Könige verehrt
  • Myrrhe - ein Mittel zur Desinfektion von Wunden = Hinweis auf Jesu Menschsein.

Matthäus sagt damit:
"Das Kind in der Krippe ist König, Gott und Mensch."


Myrrhe

Was bedeuten die Namen?

Auch über die Namen der Weisen ist in der Bibel nichts belegt. Erst im 6. Jahrhundert bekamen sie Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Sie stehen für die damals bekannten Kontinente Europa, Afrika und Asien und für bestimmte Lebensalter.

Drei Könige?

Im 6. Jahrhundert meinte man, dass nur Könige Königsgeschenke überreichen könnten. Man bezieht sich auf Jesaia 60, 3 - 6 und Psalm 72, 10,11,15 , wo von Königen und Geschenken berichtet wird.

Ab dieser Zeit ist von drei Königen die Rede.

Wie viele Weisen ( Magier, Sterndeuter ) nach Bethlehem kamen, wissen wir nicht - in einigen frühchristlichen Kirchen sind 12 Weisen zu sehen. Der Kirchenlehrer Origines ( 185 - 254 ) spricht zum ersten Mal von drei Weisen, wohl wegen der drei Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Gebeine

Ihre Gebeine sollen 1158 in Sant' Eustorgio - einer kleinen Kirche bei Mailand - entdeckt worden sein. Zumindest Partikel des Seidenstoffs im Schrein sind später auf die Zeit vor 400 datiert worden.

Nur wenig später erobert Kaiser Barbarossa die Stadt und schenkt die Reliquien dem Erzbischof von Köln, Rainald van Dassel, der 1164 nach Köln brachte. Um 1200 trennt man ihnen die Häupter ohne Unterkiefer ab und stellt sie gekrönt auf.

10 Jahre lang verbrachten sie auch im Sauerländischen Exil - als Schutz vor den Truppen Napoleons.

Im frühen 20. Jahrundert bekam der Mailänder Erzbischof als Versöhnungsgeste ein paar Knochen: Das Schien- und Wadenbeindes ältesten , das Wadenbein des mittleren und einen Halswirbel des jüngsten "König".

Der Rest ruht ist weiterhin im "Dreikönigsschrein" des Kölner Doms beigesetzt.

Literatur:

M.Becker-Huberti: "Die Heiligen Drei Könige" Greven Verlag, 16,90 EUR 


siehe auch:  6. Januar: Sternsinger

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