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Donnerstag, 29. April 2004


Geht Girmes aus Grefrath weg ?


Drei mögliche Szenarien der Firmenzukunft werden diskutiert

Grefrath/Nettetal (th). Nettetal will gewappnet sein: Dienstagabend diskutierte der städtische Planungsausschuss nicht?öffentlich mehrere Szenarien. Das Ganze vor dem Hintergrund des derzeit insolventen Textil-Riesen Girmes.

Für dessen Zukunft gibt es drei denkbare Entwicklungsmöglichkeiten. Zum einen übernimmt ein potenzieller Investor die Firma und ändert nichts. Zweitens: Der Investor könnte aber auch die Niedieck-Infrastruktur in Lobberich nutzen: Hier sind die Hallen neuer als in Oedt, Teile des Maschinenparks ebenso. Der Sanierungsaufwand hier wäre um ein Deutliches niedriger.

Szenario drei wäre die ungünstigste der Lösungen: Girmes würde abgewickelt.

Nettetals Planungsausschuss indes beschäftigte sich mit der Frage: "Was passiert mit dem Industrie-Gelände an der Niedieckstraße, sollten die Gebäude aufgegeben werden?"

Eine der möglichen Szenarien: Girmes verabschiedet sich aus Grefrath und nutzt die moderneren Hallen in Lobberich.

Gewöhnlich gut unterrichtete Quellen berichten, die Verwaltung habe den Auftrag erhalten, hier schon einmal mit der Überplanung des Gesamtkomplexes zu beginnen.

In Grefrath sind derlei Überlegungen noch nicht angestrengt worden, auch die Gerüchte kamen an der Niers noch nicht an. "Nein ehrlich", sagte Hans Mäurers von der Grefrather CDU, "davon habe ich noch nichts gehört. Sollte sich Girmes dazu entschließen, Grefrath den Rücken zu kehren, würden wir dies sehr bedauern."

Thomas Schulz, Pressesprecher des Insolvenzverwalters Horst Piepenburg, weist alle Überlegungen zurück in den Bereich der Gerüchteküche. "Es gibt nichts Neues", sagte er, "sollten die Nettetaler darüber beraten haben, dass Girmes kommt, hätten sie dazu nicht den geringsten Anlass gehabt, sagt Piepenburg."

Der Insolvenzverwalter führe weiter Gespräche mit potenziellen Investoren, fuhr er fort, demnächst gäbe es Berichtenswertes.


Spannender Krimi, philosophischer Disput


Markus Tillmanns überraschte das Publikum bei seiner Lesung "Sokrates und der Mörder der Mysterien"

Nettetal. Sokrates hat beim Philosophieren gern Wein getrunken. Das konnten die Zuhörer, die den Weg in die Stadtbücherei gefunden hatten, um in der vierten Veranstaltung der Reihe "Made in Nettetal" in gemütlicher Runde auf Markus Tillmanns und seinen neuen Kriminalroman anzustoßen, gut nachempfinden. Der  Tiitel "Sokrates und der Mörder der Mysterien" deutet bereits eine Verbindung von Kriminalhandlung und antiker Philosophie an.


Autor Markus lillmanns stellte mit Hilfe von Playmobilfiguren sehr anschaulich dar, wo sein Buch spielt und welche Figuren darin vorkommen. Foto: Susanne Zehner

Was die Zuhörer zu hören und zu sehen bekamen, war weitaus mehr als eine "normale Lesung". Tilllmanns führte im dicken Buch der Geschichte 2400 Jahre zurück und landete mitten im Athen des Sokrates. Aus einer roten Kiste zauberte er die Szenerie des alten Griechenlands in einer Welt aus Playmobil. Neben dem beklagenswerten Opfer Praidteles fanden sich eine große Zahl von Tatverdächtigen, von der verschwundenen Ehefrau, über den Sohn Theramenes bis zur schönen mächtigen Hetäre Aspasia in einem Lichttheater aus Plastik wieder.

Nebenbei erfuhr man Wissenswertes über Alltag und Lebensgewohnheiten sowie über die philosophischen Strömungen der Zeit. Tillmanns gab seinen Zuhörern nonchalant eine überaus anschauliche und kurzweilige Einführung in die antike Philosophie.

Sokrates als der weise Mann soll die Tat aufklären und der Moral zu ihrem Recht verhelfen. Mit der Lösung des Falles will er aber zugleich seinen philosophischen Kontrahenten Gorgias, einen berühmten Sophisten, widerlegen. Der junge Platon, der sich noch als Schüler des Sokrates beweisen muss, gerät als sein Gehilfe in manch bedrohliche Situation.

90 Prozent historische Fakten und zehn Prozent Fiktion, das ist die Mischung aus der Tillmanns diese Verbindung aus spannender Kriminalhandlung und philosophischem Disput zusammengebraut hat.

Auf die Frage einer Zuhörerin, wie er darauf. gekommen sei, einen historischphilosophischen Kriminalroman zu schreiben, outete er sich als Wallander Fan, der in der zeitgleichen Beschäftigung mit der Person des antiken Sokrates erstaunlich ähnliche Wesenszüge der beiden bemerkte. So war die Idee geboren, Sokrates mit der Lösung eines Mordfalls zu betrauen.

Herausgekommen sind jedenfalls ein Krimi der besonderen Art, den man aber ruhig auch ohne den "philosophischen Überbau" lesen und verstehen kann, und ein spielerisch lehrreicher Abend der besondem Art.


Grünes Kinderparadies im "Löwenzahn"


120 Eltern und Kind errichteten am Samstag in einer freiwilligen Aktion ein neues Außengelände am Kindergarten

Lobberich (dv). "Hier muss ich unbedingt mit Niklas mal rüber klettern", meinte Thomas und ist stolz auf die Hügellandschaft, die er mit errichtet hat. So wie Thomas gestalteten am vergangenen Samstag 120 Kinder, Eltern und Erzieherinnen das Außengelände der evangelischen Kindertagesstätte "Löwenzahn" auf dem Birkenweg um. Bei der jährlichen Begehung des Außengeländes durch die Landesunfallkasse wurde deutlich, dass zwei Spielgeräte - ein Holzboot sowie eine Kletterstange - nicht mehr den neuesten Sicherheitsstandards entsprachen. Zudem wollte die Kindergartenleitung pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum am 27. Juni (Sommerfest) das Umfeld kinderfreundlicher gestalten.

Mit Hilfe der Landschaftsarchitektin Ute Knümann, die die Leiterin des Kindergartens, Arja Bongers, im Rahmen einer Fortbildung kennenlernte, wurde das 2.000 Quadratmeter große Außengelände komplett neu gestaltet. Wir wollten weg vom fertigen Spielplatz. Kinder sollen auf dem Spielplatz ihre Fantasie entwickeln und mit allen Sinnen spielen können", so Erzieherin Betti Flink.

Damit bei der großen EItern-Kind-Aktion auch jeder Beteiligte tatkräftig ans Werk gehen konnte, bedurfte es einer gründlichen Vorplanung, wie die Erzieherin Betti Flink erläutert. Im Vorfeld der Aktion haben wir uns mit einer Gruppe Eltern zu einem Workshop getroffen und den konkreten Arbeitsplan erarbeitet. Bevor die Aktion jedoch beginnen konnte, mussten wir mit Hilfe eines Traktors und mehrerer Eltern die bestehenden Fundamente der Spielgeräte entfernen", so Flink.

Am Samstag fanden sich pünktlich um 9.30 Uhr alle Freiwilligen auf dem Birkenweg ein. Alles lief wie am Schnürchen. Geräte, Schubkarren, Hacken, Schaufeln und Spaten hatten die Eltern mitgebracht. Jeder Mann, jede Frau und sogar jedes Kind wusste was zu tun war, denn Landschaftsarchitektin Ute Knümann hatte die 120 Freiwilligen in 16 Arbeitsgruppen eingeteilt. Unter den freiwilligen Helfern fanden sich am Samstag auch zahlreiche "Biker". Zwei Mitglieder der Bikervereinigung MF Niederrhein haben ihre Kinder im Kindergarten "Löwenzahn" und sprachen daraufhin ihre Freunde an, ob sie nicht auch beim Aktionstag" dabei sein wollten, was für die Motorradfreunde selbstverständlich war. Innerhalb von acht Stunden wurden 500 heimische Gewächse wie Weiden, Buche, Ahorn, Hollunder und Haselnusssträucher gepflanzt. Diese Aktion konnte nur mit Hilfe von zahlreichen Sponsoren und den freiwilligen Helfern durchgeführt werden.

Mit großem Eifer verwandelten am vergangenen Samstag 120 Eltern und Kinder das
Außengelände des Kindergartens Löwenzahn in ein Kinderparadies. Foto: Gabriele Aust

Trotz allem Ehrenamt musste der Kindergarten rund 5.000 Euro für die komplette Umgestaltung investieren.

Mit viel Eifer enstand dennoch innerhalb kürzester Zeit unter anderem ein Matschbeet, eine Hügellandschaft aus Muttererde, ein Fahrweg, ein neuer großer Kaninchenauslauf und ein grünes Klassenzimmer mit Baumstämmen zum Sitzen und Balancieren. "Die neuen Spielmöglichkeiten laden zur Entdeckungstour ein', freut sich die Erzieherin Flink. Zum Abschluss des Tages wurden alle Helfer zum Grillen eingeladen.

Interessierte können sich vom komplett umgestalteten, Gelände am 5. Mai und 2. Juni, jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr, im Rahmen des Klöncafe's überzeugen. Weitere Infos unter Telefon 02153/2333


Der evangelische Kindergarten "Löwenzahn"


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